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Dopingregeln im Pferdesport

Unter besonderer Berücksichtigung des World Anti-Doping Code

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Julia Dallmeier

Im Vergleich zum Humansport ist der tierische Athlet im Reitsport als gleichberechtigter Sportpartner den künstlichen Leistungssteigerungen ohne Mitspracherecht ausgesetzt. In Anbetracht der erheblichen Zunahme von Dopingfällen im nationalen und internationalen Reitsport mussten sich die Pferdesportverbände unter Berücksichtigung des World-Anti-Doping Codes materiell- und verfahrensrechtlich neu positionieren. Ziel dieser Arbeit ist es zu beleuchten, inwieweit die Regeln des WADA- und NADA-Codes, die in erster Linie für den Humansport konzipiert wurden und für den Pferdeport nur rudimentäre Regelungen enthalten, durch den nationalen und internationalen Pferdesportverband unter Beachtung des jeweils geltenden Rechts umsetzbar sind und inwieweit langen sowie kostenintensiven Dopingverfahren vor den staatlichen Gerichten zugunsten der Sportgerichtsbarkeit ein Ende gesetzt werden kann. Vor diesem Hintergrund gilt es einen internationalen Entscheidungseinklang in der sportrechtlichen Anti-Doping Rechtsprechung mithilfe der Sportschiedsgerichtsbarkeit weiter zu fordern und zu fördern.

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Schlussbemerkung

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Kernpunkt der vorliegenden Arbeit waren die juristischen Aspekte der Doping- problematik im nationalen und internationalen Pferdeport. In Anbetracht der er- heblichen Zunahme internationaler Dopingfälle, unter stetiger Beteiligung deut- scher Spitzensportler, musste sich der Reitsport materiell- und verfahrensrecht- lich neu positionieren. Um die Einhaltung von Rechtsregeln dauerhaft zu ge- währleisten, die nicht nur dem elementaren Tierschutzgedanken, sondern auch den Prinzipien der Chancengleichheit und des Fair Play im Pferdesport Rech- nung tragen, waren die Dopingstrafen für Reiter und die sonstigen Verantwortli- chen zwingend an die internationalen Standards des WADA-Codes anzuglei- chen. Die Leitlinien zur Verbannung von Doping aus dem Pferdesport gibt in Deutschland jedoch vor allem das Tierschutzgesetz vor, dem sich der nationale und internationale Leistungssport ohne Ausnahmen unterzuordnen hat. Grundlage für mögliche Sanktionen muss daher ein umfassendes Dopingkon- trollsystem sein, das auch fernab vom Leistungssport unter medialer Präsenz dem Tierschutzgedanken Rechnung trägt und mit der staatlichen Rechtsordnung der Mitgliedsnationen im Einklang steht. In diesem Zusammenhang sind die Ein- führung von Trainingskontrollen, das Führen eines Medikamentenbuchs und die Verhängung von Schutzsperren zugunsten der Pferde probate Mittel, um die Er- folge in der Dopingbekämpfung zu steigern und die Grundrechte der Betroffenen unter Geltung eines überwiegenden Verbandsinteresse an der Einhaltung verfas- sungsrechtlich garantierte Tierschutzinteressen nicht in unverhältnismäßigem Maße beeinträchtigen. Die Einführung einheitlicher Standards war jedoch nicht nur im Bereich der materiellen Maßnahmenoptimierung geboten, sondern darüber hinaus auch auf verfahrensrechtlicher Ebene im Rechtsschutzsystem der Sportgerichtsbarkeit zu fordern....

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