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Herodots Wege des Erzählens

Logos und Topos in den "Historien</I>

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Edited By Klaus Geus, Elizabeth Irwin and Thomas Poiss

Der griechische Geschichtsschreiber Herodot (5. Jh. v. Chr.) hat sich in den letzten Jahrzehnten aus einem Protohistoriker, der «zahllose Lügengeschichten» erzählt (so noch Ciceros Diktum), über einen geachteten, doch etwas naiven Vorläufer des Thukydides zu einem der wichtigsten antiken Autoren überhaupt entwickelt. Er genießt daher zu Recht die Aufmerksamkeit von Forschern aus den unterschiedlichsten Disziplinen. Trotzdem sind viele Aspekte der Herodot-Forschung umstritten, und von einer verbindlichen Sichtweise über den pater historiae, den «Vater der Geschichtsschreibung», scheint man weiter entfernt als jemals zuvor. Dieser Sammelband bildet das weite Spektrum moderner Perspektiven auf Herodot ab, ohne sich einer einzigen Forschungstendenz als Dogma zu verschreiben.

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Gian Franco Chiai - Wie man von fremden Göttern erzählt: Herodot und der allmächtige Gottin den anderen Religionen

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55 Gian Franco Chiai Wie man von fremden Göttern erzählt: Herodot und der allmächtige Gott in den anderen Religionen Zusammenfassung Das Vorhandensein einer Tendenz zum Monotheismus bzw. Henotheismus im re- ligiösen Nachdenken der Griechen in der Periode zwischen dem 6. und dem 5. Jh. v. Chr. wird beispielsweise durch die Fragmente des Naturphilosophen Xenopha- nes belegt, in denen die Existenz eines allmächtigen göttlichen Wesens behauptet, dem die traditionellen Götter der mythisch fundierten griechischen Religion unter- legen sind, und die Verehrung der Götterbilder (wie unter anderem auch bei Hera- kleitos) heftig abgelehnt wird. Diese neuen religiösen Vorstellungen, die teilweise auf einen iranischen kulturellen Einfluss zurückgingen, blieben nicht nur auf den Kreis der Philosophen beschränkt, sondern scheinen auch von anderen Autoren der Zeit wie z. B. Aischylos wahrgenommen worden zu sein. Denn in einem Frag- ment der verloren gegangenen Tragödie Die Äliaden behauptete dieser Tragiker, wenn auch auf eine andere Art und Weise, die Existenz eines allmächtigen Gottes, der mit Zeus identifiziert wird. In der vorliegenden Arbeit wird den Versuch unternommen, zuerst den kultu- rellen und historischen Kontext, in dem solche neuen religiösen Auffassungen ent- standen und sich entwickelt haben, zu rekonstruieren, dann soll gezeigt werden, wie die Idee des allmächtigen Gottes bei Herodot eine wichtige Denkkategorie bei der Wahrnehmung und Beschreibung der Götter Ahura-Mazda und Amun darstellte, als der Historiker sich mit der persischen und ägyptischen Religion auseinander- setzte. Abstract The presence of a tendency...

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