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Herodots Wege des Erzählens

Logos und Topos in den "Historien</I>

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Edited By Klaus Geus, Elizabeth Irwin and Thomas Poiss

Der griechische Geschichtsschreiber Herodot (5. Jh. v. Chr.) hat sich in den letzten Jahrzehnten aus einem Protohistoriker, der «zahllose Lügengeschichten» erzählt (so noch Ciceros Diktum), über einen geachteten, doch etwas naiven Vorläufer des Thukydides zu einem der wichtigsten antiken Autoren überhaupt entwickelt. Er genießt daher zu Recht die Aufmerksamkeit von Forschern aus den unterschiedlichsten Disziplinen. Trotzdem sind viele Aspekte der Herodot-Forschung umstritten, und von einer verbindlichen Sichtweise über den pater historiae, den «Vater der Geschichtsschreibung», scheint man weiter entfernt als jemals zuvor. Dieser Sammelband bildet das weite Spektrum moderner Perspektiven auf Herodot ab, ohne sich einer einzigen Forschungstendenz als Dogma zu verschreiben.

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Elizabeth Irwin - To whom does Solon speak? Conceptions of happiness and ending life well in the late fifth century: contemporary allusions in Herodotus' Croesus logos

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261 Elizabeth Irwin To whom does Solon speak? Conceptions of happiness and ending life well in the late fifth century: contemporary allusions in Herodotus' Croesus logos Zusammenfassung Dieser Artikel analysiert den logos über die Begegnung zwischen Solon und Kroisos, um den Nachweis zu führen, dass Solons Antworten an den Lyderkönig eine indi- rekte, aber nachhaltige Kritik an den Werten und der Ideologe des Perikleischen Athens darstellen. In einer Gegenüberstellung mit verschiedenen Quellen aus dem Ende des 5. Jh. v. Chr. werden Ideologie und Praxis des Athenischen Seebunds als analogisch zu denen des Kroisos in der Darstellung des Herodot nachgewiesen. Die Übereinstimmungen liegen zunächst in dem Bestreben – sowohl des Kroisos als auch Athens – den Reichtum ihrer archê (“Reichs”) zur Schau zu stellen – ein Reichtum, der in beiden Fällen aus dem phoros (“Tribut”) der kleinasiatischen Grie- chen stammte; weiterhin in ihrer aus dem Reichtum stammenden Einschätzung der Zukunft (elpis), die in beiden Fällen zu einer ungehemmten und desaströsen Expan- sionspolitik führt. Die Exponenten der beiden archai, der lydischen wie der atheni- schen, erweisen sich als unfähig, das zentrale Motiv Herodots, das er dem Solon in den Mund legt, zu verstehen, nämlich die Veränderlichkeit und Zerbrechlichkeit des menschlichen Glücks (eudaimoniê). Im Besonderen identifiziert dieser Beitrag bestimmte Muster, die für den Sprachgebrauch Athens im 5. Jh. typisch waren, ana- lysiert die Termini eudaimonie, elpis, autarkes und amathes und endet mit dem Nach- weis, wie polemisch die Kriterien des athenischen Gesetzgebers...

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