Show Less

Herodots Wege des Erzählens

Logos und Topos in den "Historien</I>

Series:

Edited By Klaus Geus, Elizabeth Irwin and Thomas Poiss

Der griechische Geschichtsschreiber Herodot (5. Jh. v. Chr.) hat sich in den letzten Jahrzehnten aus einem Protohistoriker, der «zahllose Lügengeschichten» erzählt (so noch Ciceros Diktum), über einen geachteten, doch etwas naiven Vorläufer des Thukydides zu einem der wichtigsten antiken Autoren überhaupt entwickelt. Er genießt daher zu Recht die Aufmerksamkeit von Forschern aus den unterschiedlichsten Disziplinen. Trotzdem sind viele Aspekte der Herodot-Forschung umstritten, und von einer verbindlichen Sichtweise über den pater historiae, den «Vater der Geschichtsschreibung», scheint man weiter entfernt als jemals zuvor. Dieser Sammelband bildet das weite Spektrum moderner Perspektiven auf Herodot ab, ohne sich einer einzigen Forschungstendenz als Dogma zu verschreiben.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Fabian Schulz: Xerxes, Agamemnon und Hektor: Fehlentscheidungen und Fähigkeit zur Einsicht

Extract

333 Fabian Schulz Xerxes, Agamemnon und Hektor: Fehlentscheidungen und Fähigkeit zur Einsicht Zusammenfassung Herodot lehnt Xerxes’ Charakter an den Agamemnon und Hektor der Ilias an und parallelisiert ihre Richtungsentscheidungen. Dadurch wird der Leser dazu eingela- den, Xerxes´ Weg in die Niederlage mit dem Erfolg Agamemnons und dem Schei- tern Hektors zu vergleichen. Herodot entwirft einen Xerxes, der nicht viel schlechter als die homerischen Könige ist, es aber ungleich schwerer hatte. Xerxes hat die Götter und das Schicksal von Anfang an gegen sich. Obwohl er wie Aga- memnon zur rechtzeitigen Einsicht fähig ist, macht der göttliche Wille ihn zu einem Hektor, der Warnungen ignorierend sein Volk ins Verderben führt. Außerdem hat er schlechte Ratgeber, die es in der Ilias nicht gibt. Zeitgenössischen Rezipienten, die einen barbarischen Despoten erwartet hatten, waren wohl überrascht. Diesen Großkönig konnte man ein Stück weit sympathisch finden, sein Scheitern weckte Mitgefühl. Abstract This article demonstrates the degree to which Herodotus’ characterization of Xer- xes closely follows Homer´s description of Agamemnon and Hector in the Iliad, particularly in scenes of decision-making. It argues that the reader is thereby invited to compare Xerxes´ defeat with Agamemnon´s success and Hector´s downfall. Herodotus created a Xerxes who is comparable in stature to the Homeric kings but who has to cope with greater obstacles. The gods and fate were against him from the beginning. Despite being – like Agamemnon – open to reason and insight, divine will rendered him...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.