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Dezentralität, Föderalismus und Wachstum

Eine international vergleichende Analyse

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Denis Alt

Häufig wird argumentiert, ein stark dezentraler Staatsaufbau könne ein Hindernis für die wirtschaftliche Dynamik eines Landes darstellen. Diese Studie beschreibt die dezentrale Struktur in 57 Staaten der Erde. Dabei finden einerseits etablierte fiskalische (De)Zentralisierungsindikatoren Verwendung. Andererseits werden bislang unbeachtete Aspekte, zum Beispiel die geographische Zentralisierung und die Abhängigkeit der Regionen und Gemeinden von Zuweisungen, durch Indikatoren abgebildet. Auf dieser Grundlage werden ähnliche Staaten zu Clustern zusammengefasst. Die gewonnenen Ländergruppen werden vergleichend daraufhin untersucht, ob sie sich bezüglich ihrer wirtschaftspolitischen Ergebnisse, insbesondere in der Erreichung des Wachstumsziels, systematisch voneinander unterscheiden.

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Kapitel 2: Theorie föderaler und dezentraler Systeme

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Kapitel 2 Theorie fo¨deraler und dezentraler Systeme 2.1 Vor- und Nachteile fo¨deraler und dezentraler Staatsordnung In einer ersten Anna¨herung an die Fragestellung ko¨nnen Plausibilita¨tsu¨berlegungen da- ru¨ber angestellt werden, welche Vor- und Nachteile ein vollsta¨ndig unitarischer, stark zentralisierter Staat einerseits bzw. ein vollsta¨ndig dezentral organisiertes Gemeinwesen andererseits jeweils besitzt. Dabei soll auf die Funktionen des o¨ffentlichen Sektors nach Musgrave, also auf Staatsaufgaben in den Bereichen Allokation, Distribution und Sta- bilisierung, zuru¨ckgegriffen werden.1 Wa¨hrend Implikationen fu¨r die Stabilisierungs- und Distributionspolitik nur kurz genannt werden sollen, wird aufgrund des engeren Zusam- menhangs zwischen Allokationspolitik und Wachstum der Einfluss von Dezentralita¨t und Fo¨deralismus auf die Allokationspolitik ausfu¨hrlicher beleuchtet. Der Abschnitt schließt mit einem Blick auf die Fragestellung, ob die Finanzpolitik in dezentralen Systemen eher zur Kreditfinanzierung staatlicher Ausgaben neigt als in zentralistisch verfassten Natio- nen. 2.1.1 Stabilisierungspolitik Dem Zentralstaat werden Vorteile bei der Wahrnehmung der Stabilisierungsaufgabe zu- gesprochen.2 Insbesondere scheint eine Geldpolitik auf zentraler Ebene wu¨nschenswert, 1 Musgrave (1959), Kapitel 1. Eine Diskussion der Vor- und Nachteile der jeweiligen Staatsform aus o¨konomischer Sicht liefert bereits Oates (1972), S. 4-16. 2 Zu einer die Aspekte Geldpolitik, Finanzpolitik und lokale bzw. regionale Kreditaufnahme umfassenden Diskussion des Stabilita¨tsaspektes im dezentralen Staat vgl. Shah (1999), S. 2-23. 10 THEORIE FO¨DERALER UND DEZENTRALER SYSTEME denn bei autonomen geldpolitischen Regimen auf lokaler Ebene wu¨rde ein Anreiz beste- hen, lokale Staatsausgaben u¨ber Geldscho¨pfung statt...

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