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Dezentralität, Föderalismus und Wachstum

Eine international vergleichende Analyse

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Denis Alt

Häufig wird argumentiert, ein stark dezentraler Staatsaufbau könne ein Hindernis für die wirtschaftliche Dynamik eines Landes darstellen. Diese Studie beschreibt die dezentrale Struktur in 57 Staaten der Erde. Dabei finden einerseits etablierte fiskalische (De)Zentralisierungsindikatoren Verwendung. Andererseits werden bislang unbeachtete Aspekte, zum Beispiel die geographische Zentralisierung und die Abhängigkeit der Regionen und Gemeinden von Zuweisungen, durch Indikatoren abgebildet. Auf dieser Grundlage werden ähnliche Staaten zu Clustern zusammengefasst. Die gewonnenen Ländergruppen werden vergleichend daraufhin untersucht, ob sie sich bezüglich ihrer wirtschaftspolitischen Ergebnisse, insbesondere in der Erreichung des Wachstumsziels, systematisch voneinander unterscheiden.

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Kapitel 3: Messung des Dezentralisierungsgrades

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Kapitel 3 Messung des Dezentralisierungsgrades 3.1 Eignung alternativer Indikatoren der fo¨deralen Organisation 3.1.1 Fiskalische Indikatoren Bei der fu¨r die empirische Analyse notwendigen Quantifizierung stellt sich ein geradezu klassisches Ada¨quationsproblem: Das theoretische Konstrukt ist u¨ber das eingangs ent- wickelte Konzept der gesicherten dezentralen Autonomie hinreichend klar pra¨zisiert, aber eine Messung des Fo¨deralismus- bzw. Dezentralita¨tsgrades erscheint schwierig. In der Li- teratur wurden verschiedene Indikatoren vorgeschlagen, die dem theoretischen Konstrukt – ha¨ufig jedoch leider ohne dieses vorher klar zu erla¨utern – nahe kommen sollen. Eine Auswahl dieser Ansa¨tze soll im Folgenden dargestellt und auf der Grundlage der in der Einleitung angegebenen Arbeitsdefinition fu¨r Fo¨deralismus, die besonders auf die politi- sche Autonomie regionaler und lokaler Ebenen abstellt, bewertet werden. Als Indikatoren werden ”unmittelbar meßbare Sachverhalte, welche das Vorliegen der gemeinten, aber nicht direkt erfaßbaren Pha¨nomene ... anzeigen“, bezeichnet.1 Die sorgfa¨ltige Wahl geeigneter Indikatoren der fo¨deralen Organisation erscheint als wich- tigste Aufgabe vor Durchfu¨hrung einer multivariaten Analyse. Die von der Theorie des fiskalischen Fo¨deralismus postulierten Effizienzgewinne sind ggf. nur dann empirisch fest- stellbar, wenn tatsa¨chlich die sie begru¨ndenden Faktoren in die Analyse einbezogen wer- den. Wenngleich die vorliegende Studie eine auf die Erreichung gesamtwirtschaftlicher Ziele gerichtete und damit im engsten Sinne o¨konomische Fragestellung zum Gegenstand 1 Die Definition des Indikatorbegriffs folgt Kroeber-Riel und Weinberg (2003), S. 31. 44 MESSUNG DES DEZENTRALISIERUNGSGRADES hat, so muss doch die Operationalisierung des fiskalischen Fo...

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