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Dezentralität, Föderalismus und Wachstum

Eine international vergleichende Analyse

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Denis Alt

Häufig wird argumentiert, ein stark dezentraler Staatsaufbau könne ein Hindernis für die wirtschaftliche Dynamik eines Landes darstellen. Diese Studie beschreibt die dezentrale Struktur in 57 Staaten der Erde. Dabei finden einerseits etablierte fiskalische (De)Zentralisierungsindikatoren Verwendung. Andererseits werden bislang unbeachtete Aspekte, zum Beispiel die geographische Zentralisierung und die Abhängigkeit der Regionen und Gemeinden von Zuweisungen, durch Indikatoren abgebildet. Auf dieser Grundlage werden ähnliche Staaten zu Clustern zusammengefasst. Die gewonnenen Ländergruppen werden vergleichend daraufhin untersucht, ob sie sich bezüglich ihrer wirtschaftspolitischen Ergebnisse, insbesondere in der Erreichung des Wachstumsziels, systematisch voneinander unterscheiden.

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Kapitel 6: Dezentralität und Wachstum in der Literatur

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Kapitel 6 Dezentralita¨t und Wachstum in der Literatur 6.1 Theoretische Erkla¨rungsansa¨tze 6.1.1 Verbalo¨konomische Verknu¨pfung von Dezentralita¨t und Wachstum Im Zuge der Diskussion der Vor- und Nachteile von dezentral bzw. zentral organisierten Staaten in Abschnitt 2.1 wurde der Allokations- und Innovationspolitik aufgrund des zu erwartenden Zusammenhangs zwischen allokativer Effizienz und Wachstum ein besonderes Gewicht beigemessen. Es wurde deutlich, dass die U¨berlegenheit eines dezentralen Staats- aufbaus bei der Bereitstellung o¨ffentlicher Gu¨ter umso gro¨ßer ist, je geringer die spill-overs der regionalen Entscheidungen auf andere Jurisdiktionen ausfallen, je weniger Gu¨ter bei ihrer Produktion von sinkenden Durchschnittskosten gepra¨gt sind und je heterogener die Pra¨ferenzen der jeweiligen Bevo¨lkerungsgruppen sind. Der Bezug zwischen Dezentralisierung bzw. Fo¨deralismus und dem Niveau des wirt- schaftlichen Wachstums wird auch in der Literatur im Allgemeinen dadurch hergestellt, dass die allokativen Wirkungen eines fo¨deralen Staatsaufbaus als besonders gu¨nstig her- ausgearbeitet werden;1 in der Folge des effizienten Einsatzes staatlicher Mittel stellt sich dann – etwa u¨ber den Kanal einer geringeren verzerrenden Steuerbelastung – ein ho¨he- res wirtschaftliches Wachstum ein. Auch bei konstanter Steuerbelastung bedeutet eine effiziente Organisation der Ausgabenseite des staatlichen Budgets, dass o¨ffentlich bereit- gestellte Infrastrukturleistungen in ho¨herer Menge oder besserer Qualita¨t zur Verfu¨gung stehen. Soweit sich eine nicht notwendigerweise im internationalen Vergleich, aber im 1 Vgl. Oates (1993). 94 DEZENTRALITA¨T UND WACHSTUM IN DER LITERATUR Vergleich zu einer zentralen Aufgabenwahrnehmung resultierende geringere Staatsquote einstellt, ist diese...

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