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Dezentralität, Föderalismus und Wachstum

Eine international vergleichende Analyse

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Denis Alt

Häufig wird argumentiert, ein stark dezentraler Staatsaufbau könne ein Hindernis für die wirtschaftliche Dynamik eines Landes darstellen. Diese Studie beschreibt die dezentrale Struktur in 57 Staaten der Erde. Dabei finden einerseits etablierte fiskalische (De)Zentralisierungsindikatoren Verwendung. Andererseits werden bislang unbeachtete Aspekte, zum Beispiel die geographische Zentralisierung und die Abhängigkeit der Regionen und Gemeinden von Zuweisungen, durch Indikatoren abgebildet. Auf dieser Grundlage werden ähnliche Staaten zu Clustern zusammengefasst. Die gewonnenen Ländergruppen werden vergleichend daraufhin untersucht, ob sie sich bezüglich ihrer wirtschaftspolitischen Ergebnisse, insbesondere in der Erreichung des Wachstumsziels, systematisch voneinander unterscheiden.

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Kapitel 9: Zusammenfassung und Schlussbemerkungen

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Kapitel 9 Zusammenfassung und Schlussbemerkungen Der Ausgangspunkt fu¨r die vorliegende Untersuchung war die bisweilen vorgetragene The- se, ein fo¨deraler, dezentraler Staatsaufbau fu¨hre zu Ineffizienzen und stelle – zumindest in bestimmten Auspra¨gungen – ein Hindernis fu¨r die wirtschaftliche Dynamik dar. Um den empirischen Gehalt dieser These zu untersuchen, war zuna¨chst die Entwick- lung einer Arbeitsdefinition daru¨ber erforderlich, was unter Dezentralita¨t oder Fo¨deralis- mus im Rahmen einer o¨konomischen Analyse verstanden werden soll. Auf der Grundlage einer Auswertung der entsprechenden theoretischen und empirischen Literatur wurde das Konzept der gesicherten dezentralen Autonomie entwickelt: Autonomie impliziert einen tatsa¨chlichen Gestaltungsspielraum einer bestimmten Ebene; Dezentralita¨t bringt zum Ausdruck, dass es um einen solchen Gestaltungsspielraum auf der Ebene der Gemeinden und Regionen geht; und eine gewisse Absicherung dieser dezentralen Autonomie bildet die Voraussetzung dafu¨r, dass die politischen Entscheidungstra¨ger auf lokaler oder re- gionaler Ebene langfristig davon ausgehen ko¨nnen, dass ihr Gestaltungsspielraum nicht diskretiona¨r durch die Zentralregierung beschnitten oder aufgehoben werden kann. Im Anschluss daran wurden die Vor- und Nachteile eines derart dezentralen Staatsauf- baus auf der Grundlage der von Musgrave gepra¨gten Einteilung der Staatsfunktionen in Allokation, Distribution und Stabilisierung erla¨utert. Dabei wurde deutlich, dass die Vorteile insbesondere im Bereich der Allokation, und hier vor allem bei der Bereitstellung o¨ffentlicher Gu¨ter, u¨berwiegen, wa¨hrend die Distributions- und die Stabilisierungsfunk- tion u¨berwiegend der Zentralebene zugeordnet werden sollten. Die Vorteilhaftigkeit im allokativen Sinne ergibt sich unter bestimmten Voraussetzungen (insbesondere...

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