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Die Strafbarkeit der Erforschung des menschlichen Embryos durch Klontechniken

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Chonghan Oh

Die Erforschung des durch Klontechniken erzeugten menschlichen Embryos setzt die Zerstörung des Embryos voraus. Der Mensch hat Rechte und ein Recht auf Würde aufgrund seiner Existenz. Die Würde des Menschen wird nicht gewährt, weil der Mensch besondere Eigenschaften hat, sondern sie wird allen Menschen mit dem Beginn des Lebens gewährt. Daraus folgt, dass ein geklonter Embryo wie ein natürlich erzeugter Embryo ab dem Zeitpunkt der Kernverschmelzung eine Persönlichkeit hat. Daher sollte er auch als menschliches Leben geschützt werden. Wenn das menschliche Leben wegen des naturwissenschaftlichen Nutzens instrumentalisiert wird, verursacht dies eine Verletzung der Menschenwürde gemäß Art. 1 I 1 GG und des Lebensrechts gemäß Art. 2 II 1 GG in Deutschland. Aus diesem Grund sollten die meisten heutigen Biotechniken, darunter die menschliche Klonforschung, nicht nur unter dem Aspekt der Richtigkeit der Anwendung, sondern darüber hinaus auch unter dem Gesichtspunkt betrachtet werden, zu welchen Bedingungen diese Erforschung im Rahmen des ethisch Zulässigen erlaubt werden kann.

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1. Kapitel: Naturwissenschaftlicher Hintergrund

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25 1. Kapitel: Naturwissenschaftlicher Hinter- grund § 1 Naturwissenschaftliche Grundlagen der Erzeu- gung bzw. Erforschung des menschlichen Em- bryos durch Klontechniken I. Begriffsbestimmungen und Erläuterungen 1. Klonen Der Ursprung des Begriffs „Klon“ liegt in dem griechischen Wort „“ für „Zweig“ „Spross“ und „Schössling“.6 Unter wissenschaftlichem Aspekt wird ein Klon definiert als ein Lebewesen, dessen Zellkerngenom identisch ist mit dem Genom eines anderen lebenden oder toten Wesens und das durch künstlich in- duzierte, ungeschlechtliche Fortpflanzung aus dem elterlichen Organismus er- zeugt worden ist.7 Der Begriff „Klonen“ bezeichnet eine künstlich herbeigeführte asexuelle Vermehrung erbgleicher Nachkommen aus einem anderen Embryo, einem Fö- tus, einem Menschen oder einem Verstorbenen.8 Im Falle einer Einordnung nach dem Ziel werden unter dem Oberbegriff des Klonens zumeist zwei verschiedene Sachverhalte zusammengefasst: therapeutisches Klonen und reproduktives Klo- nen.9 Während unter dem therapeutischen Klonen die Erzeugung von Embryo- 6 Vgl. Hetz, in: Eser/Seidler, Ethik und Recht in der Medizin, Bd. 40, S. 21; vgl. Natio- naler Ethikrat, Klonen durch Zellkerntransfer, S. 11. 7 Vgl. Engels, in: Honnefelder/Lanzerath, Klonen in biomedizinischer Forschung und Reproduktion, S. 32; vgl. Niemann/Lukas-Hahn/Kues/Carnwath/Wrenzyki, in: Honne- felder/Lanzerath, Klonen in biomedizinischer Forschung und Reproduktion, S. 131; vgl. Nationaler Ethikrat, Klonen durch Zellkerntransfer, S. 11; Bei eineiigen Zwillin- gen, die durch eine frühe Teilung des Embryos entstehen, handelt es sich strengge- nommen um Klone. Auch bei Bakterien und Pflanzen gibt es Klone, die auf natürliche Weise entstehen, wie zum Beispiel Kartoffeln, indem diese Ableger bilden. 8 Vgl. Graf, in: Beckmann/L...

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