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Die Strafbarkeit der Erforschung des menschlichen Embryos durch Klontechniken

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Chonghan Oh

Die Erforschung des durch Klontechniken erzeugten menschlichen Embryos setzt die Zerstörung des Embryos voraus. Der Mensch hat Rechte und ein Recht auf Würde aufgrund seiner Existenz. Die Würde des Menschen wird nicht gewährt, weil der Mensch besondere Eigenschaften hat, sondern sie wird allen Menschen mit dem Beginn des Lebens gewährt. Daraus folgt, dass ein geklonter Embryo wie ein natürlich erzeugter Embryo ab dem Zeitpunkt der Kernverschmelzung eine Persönlichkeit hat. Daher sollte er auch als menschliches Leben geschützt werden. Wenn das menschliche Leben wegen des naturwissenschaftlichen Nutzens instrumentalisiert wird, verursacht dies eine Verletzung der Menschenwürde gemäß Art. 1 I 1 GG und des Lebensrechts gemäß Art. 2 II 1 GG in Deutschland. Aus diesem Grund sollten die meisten heutigen Biotechniken, darunter die menschliche Klonforschung, nicht nur unter dem Aspekt der Richtigkeit der Anwendung, sondern darüber hinaus auch unter dem Gesichtspunkt betrachtet werden, zu welchen Bedingungen diese Erforschung im Rahmen des ethisch Zulässigen erlaubt werden kann.

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2. Kapitel: Moralphilosophische Aspekte

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Wie oben erwähnt, hat das KfEK die Geburt des Klons zum Ziel, während das KzET den Zweck der Entwicklung einer Therapie für den Patienten verfolgt. Dadurch wird der geklonte Embryo unvermeidlich vernichtet.249 Hierbei entsteht die Frage, ob der durch KT erzeugte Embryo über einen besonderen moralischen Status verfügt, oder ob sonst ein moralischer Status eines geklonten Embryos mit dem Status eines konventionell erzeugten Embryos gleichgesetzt werden kann. Aus diesem Grund muss die Klärung der Frage vorangehen, ob der ge- klonte Embryo als konventionell erzeugter Embryo angesehen werden kann. Hat der geklonte Embryo moralisch einen Sonderstatus, der anders ist als beim kon- ventionell erzeugten Embryo, so muss zuerst erforscht werden, welchen Sonder- status der geklonte Embryo besitzt; andernfalls kann auch der Status des geklon- ten Embryos durch den Beweis des moralischen Status des konventionell er- zeugten Embryos beleuchtet werden. Es geht auch um die Frage, ob dem menschlichen Embryo ein grundsätzli- cher Subjektstatus und grundsätzliche Gleichheit, also Menschenwürde wie beim geborenen Menschen zukommt. Dieser Befund wird unterschiedlich inter- pretiert; zu dieser Interpretation zieht man acht Argumente250 heran. Übrigens steht die Frage nach dem Beginn menschlichen Lebens in enger Verbindung zu allen Argumenten, die für einen Würde- bzw. Lebensschutz menschlicher Emb- ryonen plädieren. In Bezug auf diese Frage werden im Bereich der Naturwissen- schaften verschiedene Meinungen vertreten. Allein aus rein biologischen Fakten kann man jedoch den Beginn des Menschen nicht ableiten.251 Es lässt sich durchaus der Einwand des naturalistischen Fehlschlusses,...

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