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Die Strafbarkeit der Erforschung des menschlichen Embryos durch Klontechniken

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Chonghan Oh

Die Erforschung des durch Klontechniken erzeugten menschlichen Embryos setzt die Zerstörung des Embryos voraus. Der Mensch hat Rechte und ein Recht auf Würde aufgrund seiner Existenz. Die Würde des Menschen wird nicht gewährt, weil der Mensch besondere Eigenschaften hat, sondern sie wird allen Menschen mit dem Beginn des Lebens gewährt. Daraus folgt, dass ein geklonter Embryo wie ein natürlich erzeugter Embryo ab dem Zeitpunkt der Kernverschmelzung eine Persönlichkeit hat. Daher sollte er auch als menschliches Leben geschützt werden. Wenn das menschliche Leben wegen des naturwissenschaftlichen Nutzens instrumentalisiert wird, verursacht dies eine Verletzung der Menschenwürde gemäß Art. 1 I 1 GG und des Lebensrechts gemäß Art. 2 II 1 GG in Deutschland. Aus diesem Grund sollten die meisten heutigen Biotechniken, darunter die menschliche Klonforschung, nicht nur unter dem Aspekt der Richtigkeit der Anwendung, sondern darüber hinaus auch unter dem Gesichtspunkt betrachtet werden, zu welchen Bedingungen diese Erforschung im Rahmen des ethisch Zulässigen erlaubt werden kann.

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4. Kapitel: Neuerungsvorschläge

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§ 12 Medizinische Alternativen zum KzET Die Gewinnung von embryonalen Stammzellen durch Klontechniken zieht schwerwiegende medizinische, ethische und juristische Probleme nach sich. Deswegen muss für die Gewinnung von Stammzellen ohne Abstoßungsreaktion eine andere Methode gefunden werden, wie z. B. Gewinnung von Stammzellen aus adulten Stammzellen, aus Nabelschnurblut, aus primordialen Keimzellen oder aus fetalen Gewebezellen. Dazu wird hier geprüft, ob die Körperzelle zum Zweck der Therapie in embryonale Stammzellen oder in andere Körperzellen umgewandelt werden könnte. I. Adulte Stammzellen (AS-Zellen) Weil die Erforschung der AS-Zellen heute von ethischen Fragen unabhängig sein könnte, werden zunächst die als Gegenvorschlag anstelle der embryonalen Stammzellen bzw. der durch Klontechniken erzeugten embryonalen Stammzel- len, also des KzET, betrachtet.1482 Jeder Mensch trägt Stammzellen in seinem Körper, z. B. in sogenannten Wechselgeweben wie dem Knochenmark, der Haut und den Schleimhäuten usw.1483 Da diese AS-Zellen dem Patienten selber ent- nommen werden können, würde bei ihnen das Problem einer immunologischen Unverträglichkeit nicht auftreten, so dass die Notwendigkeit der Suppression der Immunreaktion entfiele.1484 Aber es heißt, die Anzahl von AS-Zellen sei zu niedrig, und es sei schwie- rig, die AS-Zellen auszusortieren.1485 Auch weil sie schon nach kürzester Zeit in 1482 Haverich, in: Schreiber/Elsner, Was ist der Mensch?, S. 87; AS-Zellen werden als ge- websspezifische, somatische Stammzellen bezeichnet; sie können von geborenen Men- schen gewonnen werden, siehe in: Sadler, Medizinische Embryologie, S. 54. 1483 Schöler, in: Dabrock/Ried, Therapeutisches Klonen als Herausforderung für die...

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