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Die Strafbarkeit der Erforschung des menschlichen Embryos durch Klontechniken

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Chonghan Oh

Die Erforschung des durch Klontechniken erzeugten menschlichen Embryos setzt die Zerstörung des Embryos voraus. Der Mensch hat Rechte und ein Recht auf Würde aufgrund seiner Existenz. Die Würde des Menschen wird nicht gewährt, weil der Mensch besondere Eigenschaften hat, sondern sie wird allen Menschen mit dem Beginn des Lebens gewährt. Daraus folgt, dass ein geklonter Embryo wie ein natürlich erzeugter Embryo ab dem Zeitpunkt der Kernverschmelzung eine Persönlichkeit hat. Daher sollte er auch als menschliches Leben geschützt werden. Wenn das menschliche Leben wegen des naturwissenschaftlichen Nutzens instrumentalisiert wird, verursacht dies eine Verletzung der Menschenwürde gemäß Art. 1 I 1 GG und des Lebensrechts gemäß Art. 2 II 1 GG in Deutschland. Aus diesem Grund sollten die meisten heutigen Biotechniken, darunter die menschliche Klonforschung, nicht nur unter dem Aspekt der Richtigkeit der Anwendung, sondern darüber hinaus auch unter dem Gesichtspunkt betrachtet werden, zu welchen Bedingungen diese Erforschung im Rahmen des ethisch Zulässigen erlaubt werden kann.

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Schlussbetrachtung

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Bei der Kernfrage in der Embryonenforschung (durch die Klontechniken) han- delt es sich nicht um die Frage der technischen Errungenschaften, sondern um die Frage, ob ein (geklonter) Embryo ein menschliches Individuum ist, denn es ist damit zu rechnen, dass angesichts des heutigen Fortschritts medizinisch- biotechnischer Innovation zukünftig derartige Schwierigkeiten überwunden werden können, so dass es zu kurz greift, daraus ein Verbot des Klonens abzu- leiten. Der Embryo soll hier als Person angesehen werden, weil bei ihm ein Verwandtschaftsverhältnis mit Personen besteht, die ihn als ein „jemand“ und nicht als ein „etwas“ verstehen.1561 Medizinische oder biotechnische Eingriffe zum menschlichen Embryo, bei dem es sich um Person-Sein handelt, könnten daher gerechtfertigt werden, falls diese Eingriffe nur therapeutisch sind; also könnte dies gerechtfertigt sein, sofern es zugunsten eingegriffenen Lebens vor- teilhaft ist. Zum Wesen des Menschen gehören außerdem seine Unvollkommen- heiten und Unzulänglichkeiten, aber auch zumindest die potentielle Fähigkeit, über die eigene Unvollkommenheit hinauszuwachsen.1562 Es muss demnach ab- gelehnt werden, den Embryo wegen des fehlenden Ich-Bewusstseins nicht in den Schutzbereich der Menschenwürde einzubeziehen, da auch psychisch Kran- ke diese Fähigkeiten nicht besitzen, ohne dass damit gleichzeitig ein Verlust der Menschenwürde verbunden ist. Da Vernunft, Fähigkeit zur Selbstbestimmung und Ich-Bewusstsein keine Voraussetzungen für den Würdeschutz darstellen, sondern die von Anfang an im menschlichen Sein angelegten potentiellen Fä- higkeiten für die Begründung von Menschenwürde ausreichen, kommt also dem Embryo von Anfang an Würde zu.1563 Damschen...

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