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Möglichkeiten einer Projektfinanzierung bei CSP-Vorhaben

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Jörg Böttcher

Die Arbeit untersucht, inwieweit solarthermische Kraftwerke (CSP-Kraftwerke) als Projektfinanzierungen dargestellt werden können. Durch die besondere Finanzierungsmethodik einer Projektfinanzierung kommen dem Risikomanagement und der Stabilität der Cashflows eine besondere Bedeutung zu. Aus der Theorie der Marktversagenstatbestände wird abgeleitet, wie Verträge effizient gestaltet werden können und welche Aspekte bei der Partnerwahl zu berücksichtigen sind. Im Anschluss werden die Anforderungen an eine Projektfinanzierung mit den Charakteristika von CSP-Vorhaben verzahnt. Ausgehend von einem konkreten CSP-Vorhaben werden eine Finanzierungsstruktur entwickelt und Optimierungsmöglichkeiten aufgezeigt. Die Erkenntnisse lassen sich auf andere Projektfinanzierungen übertragen.

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4. Ökonomische Analyse derVertragsbeziehungen und der Partnerwahl

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4. Ökonomische Analyse der Vertragsbeziehungen und der Partnerwahl 4.1. Risikoprämie und Risikotragfähigkeit Die folgenden Abschnitte 4.1 bis 4.5 sind aus meiner Publikation „Finanzierung von Erneuerbare-Energien-Vorhaben“ (dort die Kapitel 3.3.3 bis 3.3.7.) ent- nommen, wobei Teile ergänzt worden sind119. Die neoklassische Kapitalmarkttheorie hat sich intensiv mit dem Preis für das Risiko beschäftigt. Ein zentrales Ergebnis ist, dass in einer Welt vollkommener Kapitalmärkte eine vollständige Diversifikation der Investitionen möglich ist. Risiken, die nur auf einen Einzeltitel bezogen sind, haben einen Preis von Null, da sie durch Diversifikation vollständig abgebaut werden können. Einen Preis gibt es in dieser Modellwelt nur für das systematische Risiko, d.h. das Risiko eines vollständig diversifizierten Portfolios, das von der allgemeinen Marktent- wicklung getrieben wird120. Die Erkenntnisse dieser Theorie bilden eine wichtige Grundlage des heutigen Verständnisses von der Funktionsweise der Kapitalmärkte. Allerdings sind die Annahmen, unter denen sie abgeleitet werden, kaum realistisch. Märkte funktio- nieren nicht friktionsfrei, und eine vollkommene Diversifikation ist weder mög- lich noch sinnvoll erreichbar. Allerdings ist der Grad der Annäherung an dieses Ideal unterschiedlich hoch. Ein Kapitalmarktinvestor, der ein umfängliches frei- es Vermögen investieren will, kann sehr wohl eine weitgehende Diversifikation erreichen. Ein Unternehmen, dessen Erfolg von dem Erfolg eines Projekts ab- hängt, ist hingegen schlecht diversifiziert. Für die Übernahme eines zusätzlichen Risikoanteils aus diesem Projekt müsste man demnach diesem Unternehmen einen entsprechend hohen Preis zahlen. Dahinter steht noch ein weiterer Effekt,...

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