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Orthographieleistungsprofile von Lerngruppen der frühen Sekundarstufe I

Befunde – Kontexte – Folgerungen

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Ina Karg

In diesem Buch werden Orthographieleistungen in Diktaten und Aufsätzen von sechs Lerngruppen der 5. und 6. Jahrgangsstufe untersucht. Die Befunde aus den quantitativen und qualitativen Analysen werden vor dem Hintergrund von Orthographieerwerbsmodellen und fachdidaktischen Aussagen zum Rechtschreibunterricht diskutiert. Einen weiteren Kontext bietet die Darstellung der gegenwärtigen Situation der Orthographie in der Öffentlichkeit nach den Turbulenzen der neuen Reform. Schließlich wird aufgezeigt, welche konkreten Programme für bestimmte Erscheinungsbilder in einer Lerngruppe förderlich sein können. Dies bedeutet, dass auch Lehrkräfte dieses Buch als Instrument für entsprechende Analysen und Akzentuierungen im Unterricht mit ihren Lerngruppen einsetzen können.

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4 Diktate sind (k)ein Unsinn?

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LG51D2/4: "Versuche, beim nächsten Diktat aufmerksamer zuzuhören. Ich lese jeden Satz viermal vor!" (Lehrerkommentar unter der Schülerarbeit) 4.1 Situation: Diktatkritik in der Kritik Bereits seit geraumer Zeit sind Diktate und ist die gängige Diktatpraxis in die Kritik geraten. Aus unterschiedlichen Perspektiven erscheint das Diktat dabei weder als sinnvolle Form des Erlernens noch der Übung und schon gleich gar nicht der Feststellung der Kompetenz für den Bereich der Orthographie. Insbe­ sondere unter den Orthographiedidaktikern gibt es einige, die das Diktat grund­ sätzlich, vehement und radikal ablehnen. Die Auffassungen und Begründungen, die gegen das Diktat vorgebracht werden, lassen sich unter verschiedenen Ge­ sichtspunkten bündeln, müssen jedoch zugleich auf ihre Implikationen und ihre Konsistenz befragt werden:61 4. 1 . 1 Bildungswege und Bildungsentscheidungen Vehemente Kritik erfahrt das Diktat mit Verweis auf - wie man dies versteht - sachfremde Funktionen, die ihm im Unterricht und von Lehrkräften zuerkannt werden. So wird vorgebracht, es diene immer noch zur Disziplinierung einer Schulklasse, zur undifferenzierten Diagnose der Sprachfahigkeit überhaupt, die damit unzulässig einsinnig auf das richtige Schreiben nach Diktat reduziert wer­ de, und es führe zu einer Selektion der Kinder in ihren Bildungsverläufen.62 Lehrkräften wird dabei vorgeworfen, sie betrieben das Textdiktat in erster Linie wegen seiner einfachen Durchführbarkeit und wegen der Rituale und Routinen, die problemlos die Kontrolle über die Klasse ermöglichten, sobald sie einmal eingeschliffen seien, vor allem aber wegen der Möglichkeit, in Ermangelung an­ derer komplexer und differenzierter...

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