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Die Eigenverwaltung des Schuldners als Instrument zur Unternehmenssanierung im Insolvenzverfahren

Beitrag des ESUG zur Erhöhung der Bedeutung der Eigenverwaltung

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Jana Julia Hübler

Das Thema der Sanierung von Unternehmen ist einer der wichtigsten Diskussionspunkte im deutschen Insolvenzrecht. Die Arbeit untersucht speziell die Eigenverwaltung des Schuldners als ein Instrument zur Unternehmenssanierung in der Insolvenz. Kern der Untersuchung sind die gesetzlichen Neuregelungen der §§ 270ff. InsO, die zum 01.03.2012 mit dem «Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen» (ESUG) in Kraft getreten sind. Es wird erörtert, welche Hindernisse eine Anordnung der Eigenverwaltung bisher erschwert haben, ob diese Hindernisse durch das ESUG beseitigt bzw. ob die Sanierungschancen von Unternehmen tatsächlich begünstigt werden.

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Einleitung

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In den Jahren 2008 und 2009 übertrug sich die weltweite Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise1 auch in Deutschland auf die Realwirtschaft und führte zu ei- nem schlagartigen Anstieg von Unternehmenszusammenbrüchen.2 Selbst Tradi- tionsunternehmen, die bislang zu den Marktführern ihrer Branche gehörten, blieben von existenzbedrohenden Krisen nicht verschont und gelangten mitunter in einen Insolvenzstrudel, an dessen Ende der Gesamtverkauf des Unternehmens oder die Zerschlagung und der Verkauf von überlebensfähigen Unternehmens- teilen stand.3 Nachdem im Jahr 2009 insbesondere Großunternehmen Insolvenz anmelden mussten, waren im Jahr 2010 vor allem kleinere und mittelständische Betriebe betroffen.4 Angesichts dieser Auswirkungen stehen Insolvenzen aktuell wieder im Vordergrund des öffentlichen Interesses und des politischen Gesche- hens. Insbesondere Großinsolvenzen wie die Verfahren SinnLeffers, PIN Group, AgfaPhoto, KirchMedia, Babcock Borsig, Holzmann, FlowTex und zuletzt Ar- candor haben einen hohen publizistischen Aufmerksamkeitswert und sind mitt- lerweile aus der täglichen Berichterstattung der Medien kaum noch wegzuden- 1 Die weltweite Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise hatte ihren Beginn im Frühjahr 2007 mit der U.S.-Immobilienkrise, die unter anderem Folge eines spekulativ aufgeblähten Wirtschaftswachstums in den USA und einer weltweiten kreditfinanzierten Massen- spekulation war. Die Krise äußerte sich zunächst in Verlusten und Insolvenzen bei Un- ternehmen im Finanzsektor. Den Höhepunkt der Krise stellte der Zusammenbruch der U.S.-amerikanischen Großbank Lehman Brothers im September 2008 dar, was mehre- re Staaten dazu veranlasste große Finanzdienstleister, wie die American International Group, UBS oder die Commerzbank durch staatliche Fremd- und Eigenkapitalspritzen erhalten zu können. Auch die Staatsverschuldung...

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