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Die Eigenverwaltung des Schuldners als Instrument zur Unternehmenssanierung im Insolvenzverfahren

Beitrag des ESUG zur Erhöhung der Bedeutung der Eigenverwaltung

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Jana Julia Hübler

Das Thema der Sanierung von Unternehmen ist einer der wichtigsten Diskussionspunkte im deutschen Insolvenzrecht. Die Arbeit untersucht speziell die Eigenverwaltung des Schuldners als ein Instrument zur Unternehmenssanierung in der Insolvenz. Kern der Untersuchung sind die gesetzlichen Neuregelungen der §§ 270ff. InsO, die zum 01.03.2012 mit dem «Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen» (ESUG) in Kraft getreten sind. Es wird erörtert, welche Hindernisse eine Anordnung der Eigenverwaltung bisher erschwert haben, ob diese Hindernisse durch das ESUG beseitigt bzw. ob die Sanierungschancen von Unternehmen tatsächlich begünstigt werden.

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Vierter Teil: Gesamtergebnis und Ausblick

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Durch die weltweite Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise seit dem Jahr 2008 sind Unternehmensinsolvenzen in Deutschland verstärkt in den Fokus der Öffent- lichkeit und der ökonomischen und politischen Diskussion gerückt. Im Vordergrund stehen vor allem die mit den Unternehmensinsolvenzen re- gelmäßig einhergehenden volkswirtschaftlichen und sozialschädlichen Auswir- kungen für die deutsche Wirtschaft. Anders als in den USA, England oder Frankreich gibt es in Deutschland keine „Kultur der zweiten Chance“, sondern es herrscht vielmehr die schon aus anderen Bereichen bekannte „German Angst“: Im Durchschnitt braucht es 10 Monate, bis die Geschäftsleitung sich dazu durchringt, einen Insolvenzantrag zu stellen; zu diesem Zeitpunkt ist das Ver- mögen des Unternehmens oftmals bereits vollkommen aufgebraucht und das Insolvenzverfahren kann mangels Masse nicht mehr eröffnet werden. Die Ursachen hierfür sind vielschichtig und lassen sich nicht verallgemei- nern. Sie reichen von Managementfehlern über erschwerte wirtschaftliche und rechtliche Rahmenbedingungen bis hin zu psychologischen Gründen. Bereits zu Beginn der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts hat der Gesetzge- ber erkannt, dass die frühzeitige Verfahrenseröffnung zur Verhinderung der Massearmut sowohl zur Anreicherung der Insolvenzmasse als auch zur Verbes- serung der Sanierungschancen etwas Unterstützenswertes ist und sich die deut- sche Volkswirtschaft eine Liquidation des Schuldners bzw. des schuldnerischen Vermögens nur in begrenztem Umfang leisten kann. Daraufhin wurde im Jahr 1999 die Insolvenzordnung geschaffen, welche seitdem mit verschiedenen Instrumenten die Sanierung von Unternehmen unter- stützt. Die Sanierung eines Krisenunternehmens entspricht nur dann dem Ziel des Insolvenzverfahrens, der bestmöglichen und gleichm...

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