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Das modale System im Spannungsfeld zwischen Theorie und kompositorischer Praxis

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Edited By Jochen Brieger

Thema des Bandes ist das Spannungsfeld zwischen theoretischer Beschreibung und praktischer Handhabung des modalen Systems. In acht Beiträgen, die vom Mittelalter bis zur Renaissance reichen, beleuchten die Autorinnen und Autoren aus unterschiedlichen Perspektiven, wie das modale System von Komponisten und Musiktheoretikern verstanden wurde. Darüber hinaus werden in den Beiträgen Vorschläge für eine analytisch adäquate Herangehensweise entwickelt.

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Marc Föcking/Oliver Huck: „Ecco Lidia ti lascio“. Mimesis, Mythos, Monodie und Modus in Marinos und Monteverdis „Misero Alceo“

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Marc Föcking/Oliver Huck „Ecco Lidia ti lascio“. Mimesis, Mythos, Monodie und Modus in Marinos und Monteverdis „Misero Alceo“ Im Jahr 1596 erschien mit „Vivo mio Sol, tu giri“ die erste Vertonung eines Madrigals des dreißigjährigen Giambattista Marino im Druck: Der Neapolitaner Giovanni Domenico Montella hatte es in seinem Secondo Libro de’ Madrigali a cinque voci gesetzt1 und da­ mit dem neapolitaner Lokaldichter Marino den Eintritt in die Welt der Musik verschafft, und zwar sechs Jahre bevor mit dessen erster Lyriksammlung, den Rime von 1602, seine Karriere als Dichter wie als Textlieferant für die weltliche Madrigalproduktion beginnen sollte. Im Erscheinungsjahr der Rime verzeichnet das Repertorium von Simon und Gid- rol bereits 22 vertonte Madrigale Marinos in vier unterschiedlichen Sammlungen. Nach einer Hochzeit von Vertonungen zwischen 1607 und 1617 lassen die Rückgriffe auf Ma­ rino deutlich nach.2 Dass Marino 1614 den beiden Abteilungen der Rime von 1602 einen dritten Teil („Madriali e canzone“) folgen ließ und die ganze Sammlung nun mit La Lira betitelte,3 hat die Quantität der Vertonungen nicht wesentlich beeinflusst und erklärt die Schwankung zwischen 18 vertonten Texten 1615 und 62 zwei Jahre später nicht. Die ver­ tonten Texte Marinos stammen überdies auch nach 1614 mit wenigen Ausnahmen aus der „Seconda Parte“ der Rime von 1602, sind also (literarische) Madrigale und wenige in Ein­ zelstrophen zerlegte Canzonen.4 Claudio Monteverdi, dessen früheste Marino-Madrigale aus dem sechsten Madrigal­ buch von 1614 stammen - Tomlinson geht davon aus, dass diese und möglicherweise...

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