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Der Faktor Zeit im Schiedsverfahren

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Christoph Grenz

Die Frage, wie unerwünschte Verzögerungen in Schiedsverfahren zu vermeiden sind und wie das Verfahren insgesamt gestrafft werden kann, ist eine im Schrifttum wie in der Praxis viel diskutierte Frage. Insbesondere die Parteien selbst empfinden ihr Schiedsverfahren in vielen Fällen als zu lang. Allein die Wahl des Schiedsverfahrens garantiert noch keine zügige Durchführung desselben. Der Verfasser beleuchtet das Problem aus der Sicht und unter Berücksichtigung der Interessen sowohl der Parteien und Parteivertreter, als auch der Schiedsrichter. Dabei stellt er die den Verfahrensbeteiligten zur Verfügung stehenden Gestaltungsmöglichkeiten dar und zeigt Anhaltspunkte für mögliche Verzögerungen auf. Insbesondere trägt die Darstellung auch der Internationalisierung der Schiedsgerichtsbarkeit Rechnung und diskutiert die entsprechenden Entwicklungen. Darüber hinaus stellt die Arbeit Möglichkeiten zur Optimierung des Verfahrens für alle Beteiligten dar und geht schließlich auf die Besonderheiten eines beschleunigten Verfahrens im eigentlichen Sinne ein.

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2. Teil:Ansätze zur Beschleunigungvon Schiedsverfahren

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99 2. Teil: Ansätze zur Beschleunigung von Schiedsverfahren 100 101 Kapitel 4: Beschleunigung durch die Verfahrens- beteiligten A. Ausgangspunkt Im Anschluss an die Behandlung der unterschiedlichen Schritte und möglichen Fallgestaltungen im Laufe eines Schiedsverfahrens ist nunmehr konkret zu er- örtern, ob und gegebenenfalls wie vom Standpunkt der Beteiligten am Verfahren eine Beschleunigung desselben erreicht werden kann. Speziell geht es darum, wie den geschilderten besonders problematischen Konstellationen entgegenge- wirkt oder im besten Fall sogar vorgebeugt werden könnte. In diesem Zusam- menhang ist eine Trennung zwischen den Parteien auf der einen und den Schiedsrichtern auf der anderen Seite erforderlich und auch sinnvoll, da die Möglichkeiten, auf das Verfahren einzuwirken, bereits aufgrund der „Rollenver- teilung“, welche sich aus der Konzeption der Schiedsgerichtsbarkeit ergibt, sehr verschieden sind. B. Möglichkeiten der Parteien Zuerst ist, schon wegen der herausragenden Bedeutung der Parteiautonomie im Schiedsverfahren, die bereits an verschiedenen Stellen in die bisherigen Betrach- tung eingeflossen ist, darauf einzugehen, welche Handlungs- und Gestaltungs- möglichkeiten den Parteien selbst zur Verfügung stehen, um die Dauer „ihres“ Verfahrens bestmöglich zu verringern. Speziell an diesem Punkt sei vorausge- schickt, dass es wie erwähnt394 nicht lediglich auf die Parteien selbst, sondern gerade dann, wenn es um taktische Fragen der Verfahrensführung und -opti- mierung geht, auch auf deren Vertreter, in der Regel also Rechtsanwälte an- kommt, die den Parteien in dieser Hinsicht hilfreich zur Seite stehen können. Abgesehen also von der Auswahl der Vertreter, wird es vielfach gerade auf eine Mitwirkung...

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