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Akten des XII. Internationalen Germanistenkongresses Warschau 2010- Vielheit und Einheit der Germanistik weltweit

Diachronische, diatopische und typologische Aspekte des Sprachwandels- Interferenz-Onomastik- Sprachgeschichte und Textsorten- Deutsche Dialekte und Regionalsprachen- Mitherausgeber: Michail L. Kotin, Wolfgang Haubrichs, Józef Wiktorowicz und

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Edited By Franciszek Grucza, Wolfgang Haubrichs, Michail L. Kotin, Jozef Wiktorowicz and Ewa Zebrowska

Der Band enthält die Beiträge von vier Sektionen des Warschauer IVG-Kongresses. Die Vorträge der Sektion Diachronische, diatopische und typologische Aspekte des Sprachwandels (betreut und bearbeitet von Martin Durrell, Hans-Werner Eroms, Michail L. Kotin) gehen auf sprachinterne und sprachexterne Faktoren, Gründe und Mechanismen des Sprachwandels ein. So wird die Angemessenheit der Erklärung organologischer Ansätze gegenüber instrumentalistischen Herangehensweisen an die Sprache thematisiert, wobei zentrale Fragen der modernen Sprachwandelkonzepte, der diachron-typologischen Forschungsmethoden sowie der areallinguistischen und sprachkontakt-bezogenen Analyseverfahren erörtert werden. Die Vorträge der Sektion Interferenz-Onomastik (betreut und bearbeitet von Wolfgang Haubrichs) befassen sich mit kontakt- und interferenzlinguistischen Fragestellungen (Personennamen in Interferenz-Situationen, literarische Interferenz-Onomastik, Interferenzen in der Toponymie) in Bezug auf die deutsche Sprache in Kontakt- und Interferenzräumen, in denen Sprachen, Kulturen und symbolische Systeme aufeinander treffen, sich durchmischen, gegenseitig beeinflussen oder abgrenzen. Die Vorträge der Sektion Sprachgeschichte und Textsorten (betreut und bearbeitet von Józef Wiktorowicz) sind morphologischen und syntaktischen Merkmalen der historischen Textsorten gewidmet und zeigen überzeugend, dass die Sprachgeschichte auch als Textsortengeschichte betrachtet werden kann. Die Vorträge der Sektion Deutsche Dialekte und Regionalsprachen (betreut und bearbeitet von Ewa Żebrowska und Elvira Glaser) behandeln verschiedene Problemstellungen der Dialektologie. Neben den traditionellen Bereichen der Lautlehre, Morphologie, Syntax und Lexikologie von Ortsdialekten, die von varietätenlinguistischen Fragestellungen ausgehen, werden neue Formen regionalen Sprechens in den Blick genommen, mit besonderem Augenmerk auf die soziosituativen Merkmale der Verwendungssituation und der Verwendergruppen.

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CSILLA-ANNA SZABÓ (Deutschland, Gießen). Deutsch-ungarische morphosyntaktische Kontakterscheinungen im verbalen Bereich am Beispiel des deutschen Dialekts von Neupalota(Nordwestrumänien)

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CSILLA-ANNA SZABÓ (Deutschland, Gießen) Deutsch-ungarische morphosyntaktische Kontakt- erscheinungen im verbalen Bereich am Beispiel des deutschen Dialekts von Neupalota (Nordwestrumänien) Einleitung Frühere Untersuchungen zur Sprache deutscher Minderheiten in Ostmit- teleuropa belegen für die Bereiche der Syntax kaum Wirkungen von zwi- schensprachlichen Beeinflussungen. Földes (2005) stellt jedoch in seinem ungarndeutschen Korpus eine Reihe von relevanten morphologischen und syntaktischen Transferenzen1 und kontakt-induzierten Grammatikalisierungs- phänomenen fest und weist somit die frühere Auffassung zurück, wonach die Möglichkeit der Mischung zweier typologisch unterschiedlicher Sprachen, wie z. B. des Deutschen und des Ungarischen, in der Grammatik einge- schränkt wäre. Die vorliegende Arbeit widmet sich dem deutsch-ungarischen Code- mixing, wobei der Begriff Code-mixing in Anlehnung an Muysken (2000: 1) definiert wird als „all the cases where lexical items and grammatical features from two languages appear in one sentence“. Im Mittelpunkt der Betrachtung steht der deutsche Dialekt von Neupalota2, einer heute multilingualen, deutsch-ungarisch-rumänischen Sprechergemeinschaft in Nordwestrumänien, der, isoliert von den anderen deutschen Dialekten des Sathmarer Gebietes im Norden und des Arader Gebietes im Süden, nicht nur im lexikalisch- semantischen Bereich, sondern auch im Bereich der Morphosyntax Kontakt- erscheinungen mit dem Ungarischen und Rumänischen aufweist. Auf der Grundlage von etwa 23 Stunden natürlichen Spontangesprächen mit Spreche- 1 Unter Transferenz versteht Földes (2005: 73) „die Übernahme von Elementen, Merkmalen und Gesetzmäßigkeiten aus der/den Kontaktsprache(n)“. 2 Neupalota (rum. Palota, ung. Újpalota) ist eine einst deutsche Siedlung des 18. Jahrhunderts, deren deutscher Dialekt...

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