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Selbstbestimmt entscheiden

Beratung bei Pränataldiagnostik und Schwangerschaftsabbruch

Anne Rummer

Schwangere Frauen müssen über die Inanspruchnahme pränataler Untersuchungen entscheiden und nach Vorliegen des Befundes in manchen Fällen über einen Schwangerschaftsabbruch. Diese Entscheidungen sollten möglichst selbstbestimmt sein. Dazu kann Beratung beitragen. Das Buch stellt sich der ebenso schwierigen wie wichtigen Aufgabe, einen auch für Nichtjuristen verständlichen Überblick über die ethischen und rechtlichen Rahmenbedingungen von Beratung bei Pränataldiagnostik und Schwangerschaftsabbruch zu geben. Der Gesetzgeber hat sich mit der Einführung des § 2a SchKG und des GenDG von 2010 in diesem Kontext erstmals für die Normierung eines Beratungskonzepts entschieden, das auf der Zusammenarbeit insbesondere von Ärzten und psychosozialen Beraterinnen beruht. Die Zusammenarbeit erfordert neben der Anerkennung der Professionalität des anderen die Kenntnis seines Beratungsverständnisses. Dazu gehören gesetzliche, untergesetzliche, berufsrechtliche und professionsinterne Vorgaben sowie die Berücksichtigung ethischer Aspekte.

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2. Entscheidungen der schwangeren Frau

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Um welche Entscheidungen geht es, wenn von „Selbstbestimmten Entscheidun­ gen bei Pränataldiagnostik und Schwangerschaftsabbruch“ die Rede sein soll? Es geht um Entscheidungen der schwangeren Frau, und zwar im Rahmen der Schwangerenversorgung. Bezeichnete man die Schwangerschaft früher als einen ein Zustand „guter Hoff­ nung“, so ist daraus im Laufe der vergangenen Jahre und Jahrzehnte ein Zustand umfassender medizinischer Betreuung und Überwachung geworden. Dabei geht es längst nicht mehr nur um den gesundheitlichen Zustand der Mutter. Pränatale Diagnostik erlaubt tiefe Einsichten in die Verfasstheit des Fetus, seien sie diag­ nostischer oder auch statistischer Natur, wie sie im Rahmen pränataler Untersu­ chungen und Risikoabklärung gewonnen werden. Das medizinisch Mögliche eröffnet dabei eine Fülle von Optionen und verlangt der Frau (und ihrem Part­ ner) eine ebensolche Fülle von Entscheidungen ab. Im Kontext von Pränataldi­ agnostik können sie im Laufe der Schwangerschaft von zig Entscheidungen über die Wahrnehmung vielfältiger Angebote pränataler Diagnostik bis hin zur Ent­ scheidung über einen Schwangerschaftsabbruch reichen. 2.1.Inanspruchnahme pränataldiagnostischer Maßnahmen Mit der Entscheidung für die Betreuung der Schwangerschaft durch einen Gy­ näkologen fällt - oftmals unbewusst - die Entscheidung für eine Schwangeren­ versorgung entsprechend den „Richtlinien des Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen über die ärztliche Betreuung während der Schwangerschaft und nach der Entbindung“ [Mutterschafts-Richtlinien] (G-BA 2013). Die Mutter­ schafts-Richtlinien sind berufsrechtliche Normen des Gemeinsamen Bundesaus­ schusses [G-BA], die den Arzt in Hinblick auf die medizinische Versorgung von Patientinnen im Rahmen...

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