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Selbstbestimmt entscheiden

Beratung bei Pränataldiagnostik und Schwangerschaftsabbruch

Anne Rummer

Schwangere Frauen müssen über die Inanspruchnahme pränataler Untersuchungen entscheiden und nach Vorliegen des Befundes in manchen Fällen über einen Schwangerschaftsabbruch. Diese Entscheidungen sollten möglichst selbstbestimmt sein. Dazu kann Beratung beitragen. Das Buch stellt sich der ebenso schwierigen wie wichtigen Aufgabe, einen auch für Nichtjuristen verständlichen Überblick über die ethischen und rechtlichen Rahmenbedingungen von Beratung bei Pränataldiagnostik und Schwangerschaftsabbruch zu geben. Der Gesetzgeber hat sich mit der Einführung des § 2a SchKG und des GenDG von 2010 in diesem Kontext erstmals für die Normierung eines Beratungskonzepts entschieden, das auf der Zusammenarbeit insbesondere von Ärzten und psychosozialen Beraterinnen beruht. Die Zusammenarbeit erfordert neben der Anerkennung der Professionalität des anderen die Kenntnis seines Beratungsverständnisses. Dazu gehören gesetzliche, untergesetzliche, berufsrechtliche und professionsinterne Vorgaben sowie die Berücksichtigung ethischer Aspekte.

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6. Berufsrechtliche und professionelle Grundlagen

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Vorstehend wurden die gesetzlichen Vorgaben für ärztliche und psychosoziale Beratung im Kontext von Pränataldiagnostik und Schwangerschaftsabbruch dar­ gestellt. Im Folgenden soll ein genaueres Bild der Beratung durch diese beiden Professionen gezeichnet werden, indem auf die berufsrechtlichen und professi­ onsinternen Vorgaben zurückgegriffen wird. Hierbei handelt es sich um Rege­ lungen unterschiedlichen Verbindlichkeitsgrads. Ein wesentlicher Unterschied zwischen den Professionen besteht darin, dass für Ärzte weitgehend einheitliche berufsrechtliche Regelungen gelten, beispielsweise im Rahmen der ärztlichen Fort- und Weiterbildung; für psychosoziale Beraterinnen gibt es dagegen keine zentralisierte Weiterbildung. Die Gestaltung der Weiterbildung obliegt vielmehr den Trägern Psychosozialer Beratungsstellen und ist so vielfältig wie die Träger­ landschaft selbst, womit Vorgaben hauptsächlich auf professioneller Ebene be­ stehen, außerhalb berufsrechtlicher Regelungen. 6.1. Berufsrechtliche Grundlagen ärztlicher Beratung Für Ärzte bestehen auf verschiedenen Ebenen Vorgaben, die die ärztliche Bera­ tung zum Inhalt haben. Teilweise geht es - so im Rahmen der Fort- und Weiter­ bildung - um allgemeine Inhalte der Fachrichtung Gynäkologie und Geburtshil­ fe, im Rahmen derer auch Kenntnisse hinsichtlich der Beratung vermittelt wer­ den. Teilweise wurden sie konkret in Hinblick auf die Beratung im Kontext mit Pränataldiagnostik und Schwangerschaftsabbruch formuliert, so die Richtlinien zur pränatalen Diagnostik von Krankheiten und Krankheitsdispositionen (BÄK 1998b) und die Erklärung zum Schwangerschaftsabbruch nach Pränataldiagnos­ tik (BÄK 1998a). 6.1.1. Beratung im Rahmen der ärztlichen Fort- und Weiterbildung gemäß der (Muster-)Weiterbildungsordnung der Bundesärzte­ kammer 6.1.1.1. Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe Im Rahmen der...

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