Show Less

Selbstbestimmt entscheiden

Beratung bei Pränataldiagnostik und Schwangerschaftsabbruch

Anne Rummer

Schwangere Frauen müssen über die Inanspruchnahme pränataler Untersuchungen entscheiden und nach Vorliegen des Befundes in manchen Fällen über einen Schwangerschaftsabbruch. Diese Entscheidungen sollten möglichst selbstbestimmt sein. Dazu kann Beratung beitragen. Das Buch stellt sich der ebenso schwierigen wie wichtigen Aufgabe, einen auch für Nichtjuristen verständlichen Überblick über die ethischen und rechtlichen Rahmenbedingungen von Beratung bei Pränataldiagnostik und Schwangerschaftsabbruch zu geben. Der Gesetzgeber hat sich mit der Einführung des § 2a SchKG und des GenDG von 2010 in diesem Kontext erstmals für die Normierung eines Beratungskonzepts entschieden, das auf der Zusammenarbeit insbesondere von Ärzten und psychosozialen Beraterinnen beruht. Die Zusammenarbeit erfordert neben der Anerkennung der Professionalität des anderen die Kenntnis seines Beratungsverständnisses. Dazu gehören gesetzliche, untergesetzliche, berufsrechtliche und professionsinterne Vorgaben sowie die Berücksichtigung ethischer Aspekte.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

7. Möglichkeiten untergesetzlicher Regelungen

Extract

Mit den geltenden Regelungen zur Beratung im Zusammenhang mit Pränataldi­ agnostik und Schwangerschaftsabbruch sind die Regelungsmöglichkeiten noch nicht ausgeschöpft. Ansatzpunkt ist die Verbesserung der Beratungssituation der schwangeren Frau und ihres Partners durch den Ausbau der Zusammenarbeit von Ärzten und psychosozialen Beraterinnen. Die Möglichkeit zum Erlass wei­ terer, die Intention des Gesetzgebers zur Verbesserung der Beratungssituation schwangerer Frauen unterstützender Regelungen haben auf der Ebene des ärztli­ chen Berufsrechts und auf professionsinterner Ebene der G-BA, die BÄK (in Zusammenarbeit mit den Landesärztekammern) sowie die einschlägigen Be­ rufsverbände. Zwar hat der G-BA den Wortlaut des § 2a Abs. 1 SchKG in die Mutterschafts­ Richtlinien übernommen. Die Wahl des Regelungsortes - Anlage 1c zu Ab­ schnitt B Nr. 4 (G-BA 2013) - scheint allerdings unglücklich. Der - im Sinne des Gesetzgebers: zur Förderung von Vernetzung und Kooperation -passende und zugleich prominentere Regelungsort wäre Abschnitt A („Untersuchungen und Beratungen sowie sonstige Maßnahmen während der Schwangerschaft“) - neben den bereits vorhandenen Hinweis auf den Rechtsanspruch der schwange­ ren Frau auf Beratung aus § 2 SchKG. Auch auf die Pflicht zur fachgebundenen genetischen Beratung nach GenDG für den Fall genetischer Untersuchungen könnte an dieser Stelle hingewiesen wer­ den. Die Mutterschafts-Richtlinien sehen neben nichtgenetischen auch eine Rei­ he genetischer Untersuchungen im Sinne des GenDG vor. Das gilt gerade für die Mutterschafts-Richtlinien in der Fassung der „Strukturellen Anpassung des Ult­ raschallscreenings in der Schwangerschaft“ (G-BA 2013). Bereits auf Scree­ ning-Ebene ist bei der „Sonografie...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.