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Zeitbetrachtungen

Bildung – Arbeit – Biografie- Festschrift für Rudolf Husemann

Edited By Martina Kattein and Matthias Vonken

Die vielfältigen Verknüpfungen zwischen Bildung, Arbeit und Biografie werden in dieser Festschrift für Rudolf Husemann aus einer zeitbezogenen Perspektive beleuchtet. Die gewählten Zugänge fokussieren dabei zum einen spezifische Lebensphasen aus der Bildungs-, Arbeits- und Biografieperspektive, so z.B. die Berufseinstiegs- oder Ausstiegsphase. Zum anderen lassen sich unter dem genannten Themendach spezifische Zeitdimensionen verorten, wie z.B. Zeit für Bildung, Zeitarbeit etc. Zu diesen Fragestellungen wurden aktuelle theoretische Diskurse, empirische Forschungsergebnisse und Projektberichte aus der Bildungspraxis zusammengeführt. Die Autorinnen und Autoren sind in der Bildungs-, Berufs- und Arbeitsforschung sowie in der Bildungspraxis im bundesdeutschen und internationalen Kontext tätig.

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II. Organisation als fördernder und hemmender Rahmen

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110 111 Qualifizierungsberatung für KMU in ihrer Funktion für biographische Zäsuren: Problemstellungen einer unbefriedigenden Angebotskonstellation für Beschäftigte in mittelständischen Unternehmen Karl Düsseldorff Ausgangslage Rudolf Husemann hat seit der Mitte der 1990er Jahre kontinuierlich verdeutlicht, dass das System der beruflichen Weiterbildung aufgrund seiner weitgehend defi- zitären bzw. unvollständigen Regulierung unter dem Primat einer überwiegend subsidiären, also marktlichen Steuerung nicht in einem ausreichenden Maße funktionsfähig ist. Besonders hebt er seitdem hervor, dass die Interessen der Beschäftigten im Gegensatz zu den Interessen der Betriebe in der beruflichen, besonders dabei in der beruflich-betrieblichen, Weiterbildung nur unzureichend berücksichtigt werden (vgl. Dobischat/Husemann 1995, 1995a; Bosch/ Dobischat/Husemann 1997, aktuell: Husemann 2010). Konkret und differenziert zeigt er in seinen Forschungsbeiträgen, dass das System der beruflichen Weiter- bildung insgesamt im Gegensatz zu den öffentlich verantworteten Bildungs- systemteilen zahlreiche steuerungsbedingte Schwächen aufweist, für die ein nur in Teilen funktionierender Markt als Resultat der zögerlichen Regulierung und der damit korrespondierenden mangelnden öffentlichen Strukturbildung verant- wortlich gemacht werden muss. Die von ihm angemahnten Mängel äußern sich u. a. in einer defizitären Angebotslage, die weder qualitativ noch quantitativ die individuellen und die betrieblichen Bedarfe zielführend deckt, oder in einge- schränkten Zugängen für Beschäftigte, für Betriebe und für Arbeitslose oder andere, besondere Anspruchsgruppen. Rudolf Husemann stellt für die berufliche Weiterbildung insgesamt die Angebotsstrukturen, die Anbieterstrukturen sowie notwendige Strukturbildungs- und Institutionalisierungsprozesse in Frage. Er kritisiert dabei...

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