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Beschränkungen der Verkäuferhaftung für Sachmängel im Kunst- und Kunstauktionshandel

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Joris Nikolaus Großgerge

An der Schnittstelle von Kunst, Recht und Wirtschaft befasst sich diese Arbeit mit Beschränkungen der Verkäuferhaftung für Sachmängel im Kunst- und Kunstauktionshandel. Ein zentrales Problem der Praxis ist, dass Zuschreibungen die Gewissheit fehlt und Unechtheit schwer beweisbar ist. Gerade im Kunsthandel werden rechtliche Aspekte jedoch oft ausgespart: Schriftliche Verträge sind unüblich und Absprachen in der Regel wenig konkret. Der Erwerb von Kunstwerken ist gleichwohl immer in das Recht eingebunden. Für alle ab dem 1.1.2002 geschlossenen Kaufverträge gilt generell das Kaufrecht in seiner durch das Gesetz zur Reformierung des Schuldrechts erlangten Fassung. Die beteiligten Parteien können Rechtskonzepte entwickeln, die den spezifischen Problemen im Zusammenhang mit der gehandelten Ware nach ihrem Dafürhalten besser entsprechen. Diese Arbeit betont daher die zentrale Bedeutung der Beschaffenheitsvereinbarung, stellt den Käuferschutz im Spannungsfeld von Risiko und Vertrauen dar und untersucht die Möglichkeiten, auf bestehende Risiken und Probleme zu reagieren.

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Einleitung

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Das Thema der Arbeit liegt an der Schnittstelle von Kunst, Recht und Wirtschaft. Es sind Systeme, die der Soziologe Niklas Luhmann als autopoietisch bezeich- net, Systeme, die sich aus sich selbst heraus erschaffen, operativ geschlossen sind und sich nur bedingt gegenseitig beeinflussen.1 Die Arbeit befasst sich mit Beschränkungen der Verkäuferhaftung für Sachmängel im Kunst- und Kunst- auktionshandel. Sie zeigt den Käuferschutz im Spannungsfeld von Risiko und Vertrauen und untersucht die Möglichkeiten, auf bestehende Risiken und Pro- bleme zu reagieren. Ein zentrales Problem der Praxis ist, dass Zuschreibungen die Gewissheit fehlt und Unechtheit schwer beweisbar ist. Gerade im Kunsthandel werden rechtliche Aspekte jedoch oft ausgespart. Schriftliche Verträge sind unüblich und Abspra- chen i.d.R. wenig konkret. Die Verwendung Allgemeiner Geschäftsbedingungen (AGB) ist nur im Auktionshandel Standard. Der Erwerb von Kunstwerken ist gleichwohl immer in das Recht eingebunden. Für alle ab dem 1.1.2002 geschlos- senen Kaufverträge gilt generell das Kaufrecht in seiner durch das Gesetz zur Reformierung des Schuldrechts erlangten Fassung.2 Das Gesetz ist in bestimm- ten Grenzen dispositiv. Die Parteien können Rechtskonzepte entwickeln, die den spezifischen Problemen im Zusammenhang mit der gehandelten Ware nach ihrem Dafürhalten besser entsprechen. Die Ausgestaltung des Typus „Kaufver- trag“3 ist private Normsetzung und Bestätigung der verfassungsrechtlich (Art. 2 I GG) geschützten Privatautonomie. Die Arbeit betont die zentrale Bedeutung der Beschaffenheitsvereinbarung. Käufer können eine Grundaufklärung erwarten, müssen sich aber weitgehend eigenverantwortlich mit den Charakteristika zu erwerbender Kunstwerke vertraut...

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