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«Unravelling»

C.G. Jungs Individuations- und Archetypenlehre im Werk Gwendolyn MacEwens

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Linda Weiland

Gwendolyn MacEwen war eine Kultfigur der Literaturszene Torontos der 1960er/1970er Jahre. Als exotisch und extravagant findet man sie und ihr Werk in diesem Zusammenhang beschrieben, als «Queen of Canadian Poetry» wird sie von Zeitgenossen bezeichnet. Heute ist Gwendolyn MacEwens Werk größtenteils in Vergessenheit geraten: Als zu eigenwillig, um im kanadischen Kanon zu bestehen und im 21. Jahrhundert Relevanz zu haben, wird es bewertet. Eine Betrachtung mit Hilfe von C.G. Jungs Individuations- und Archetypenlehre kann zur Entschlüsselung ihres Werks beitragen, die Komplexität und Zeitlosigkeit ihrer Lyrik sowie Prosa zeigen und ihre Anschlussfähigkeit an die großen Themen der kanadischen Literatur ausweisen.

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IV. Noman und Noman’s Land

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1. „To all the strangers in Kanada“ – Noman und Noman’s Land Noman ist eine 1972 veröffentlichte Sammlung von acht Kurzgeschichten. Die Kurzgeschichte „Noman“, die dem Band seinen Titel verleiht, ist gleichzeitig thematisches Zentrum der Geschichtensammlung. Zwar gibt es inhaltlich keinen direkten chronologischen oder narrativen Zusammenhang zwischen den Kurzge- schichten, die einzelnen Erzählstränge treffen sich allerdings in „Noman“ und beleuchten Einzelaspekte der Titelgeschichte. Vor allem die Tatsache, dass „Noman“ am Ende des Bandes angeordnet ist, bewirkt, dass der Leseprozess auf diese Geschichte hin gerichtet ist und der Leser nach der Lektüre der letzten Ge- schichte die vorherigen Erzählungen verorten kann. MacEwen selbst beschreibt die letzte Geschichte als „summation or pulling together of the other stories”596. Noman ist „all the strangers in Kanada“ gewidmet; Fremdheit ist somit ein Themenbereich, um den sich die einzelnen Kurzgeschichten drehen. Der Band Noman’s Land, veröffentlicht 1985, ist die Fortsetzung der Kurz- geschichte „Noman“597 und trägt die Widmung „Once again, to all the strangers in Kanada“. Die offizielle Kategorisierung des Bandes lautet zwar „Stories by Gwendolyn MacEwen“, die 14 Kurzgeschichten des Bandes, die Episoden aus dem Leben des Charakters Noman schildern, vermitteln aber – anders als im Vorgängerwerk Noman – den Eindruck einer zusammenhängenden Handlung: Die Episoden folgen generell logisch aufeinander, jede Geschichte treibt die Handlung um Noman voran. Dies ist ein Grund, warum Noman’s Land in der Sekundärliteratur oft als Roman betrachtet wird.598 Im Folgenden soll der Fokus in erster Linie auf den Erzählungen um...

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