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Theorie und Methode einer literaturwissenschaftlichen Imagologie

Dargestellt am Beispiel Russlands in literarischen Werken Heimito von Doderers

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Malgorzata Swiderska

Diese Studie ist die erste imagologische Untersuchung des Phänomens nationaler Fremdheit in den literarischen Werken Heimito von Doderers (1896-1966). Mit ihr soll ein Bewusstsein für die imagologische Fremdheitsproblematik in der Doderer-Forschung geschaffen werden. Das Interpretationskonzept stützt sich hauptsächlich auf die phänomenologische Hermeneutik Paul Ricœurs. Die darauf fußend erarbeitete Terminologie und Methode wird zur Interpretation des literarischen Werks Doderers im Hinblick auf Russland eingesetzt. Dabei wird die grundlegende Bedeutung Russlands und F. M. Dostoevskijs für die fiktionale Welt Doderers festgestellt.

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Einleitung

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Das umfangreiche literarische Werk Heimito von Doderers (geb. am 5. Septem- ber 1896 Hadersdorf/Weidlingau bei Wien – gest. am 23. Dezember 1966 in Wien) spiegelt den multiethnischen bzw. multinationalen Charakter der ehema- ligen österreichischen k. und. k. Doppelmonarchie wider. In fast allen literari- schen Texten Doderers kommen Vertreter dieser ethnisch-nationalen Vielfalt des „alten“ Österreichs vor, darunter Ungarn, Tschechen, Kroaten, Slowenen, Polen und Juden. Neben diesen „inländischen“ Fremden treten in Doderers lite- rarischen Texten auch zahlreiche „ausländische“ Fremden auf, beispielsweise Belgier, Engländer, Deutsche, Franzosen, Italiener, Kanadier, Schweizer, Spanier, Türken und nicht zuletzt Russen; darüber hinaus gibt es bei Doderer mehrere „ganz“ fremde Fabelwesen – Drachen und Dämonen, wobei alle Fremdfiguren Doderers im Kontext der österreichischen fiktionalen Welt dargestellt werden, um auf dieser Folie eine vielfältige bzw. „hybride“ österreichische Identität kon- struieren zu können. Das literarische Werk Doderers bildet somit einen idealen Forschungsgegen- stand imagologischer Untersuchungen. Es ist daher erstaunlich, dass es bis jetzt keine größere imagologische Untersuchung dieses Werkes gibt, abgesehen von einigen, nicht immer explizit imagologischen Aufsätzen und kleineren (Tagungs-) Beiträgen.1 Die folgende Studie hat sich deswegen zum Ziel gesetzt, Doderers literari- sches Werk aus imagologischer Sicht am Beispiel Russlands zu interpretieren, denn Russland, die russische Landschaft sowie Russen und Russinnen und die russische „Kultur“ – der „Osten“, wie Doderer in einer Tagebuchnotiz aus dem Jahre 1932 schreibt, die ich als Motto der vorliegenden Arbeit vorangestellt habe – spielen in Doderers fiktionaler Welt eine bedeutende Rolle. Dies ist vor allem aus Doderers...

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