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Theorie und Methode einer literaturwissenschaftlichen Imagologie

Dargestellt am Beispiel Russlands in literarischen Werken Heimito von Doderers

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Malgorzata Swiderska

Diese Studie ist die erste imagologische Untersuchung des Phänomens nationaler Fremdheit in den literarischen Werken Heimito von Doderers (1896-1966). Mit ihr soll ein Bewusstsein für die imagologische Fremdheitsproblematik in der Doderer-Forschung geschaffen werden. Das Interpretationskonzept stützt sich hauptsächlich auf die phänomenologische Hermeneutik Paul Ricœurs. Die darauf fußend erarbeitete Terminologie und Methode wird zur Interpretation des literarischen Werks Doderers im Hinblick auf Russland eingesetzt. Dabei wird die grundlegende Bedeutung Russlands und F. M. Dostoevskijs für die fiktionale Welt Doderers festgestellt.

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Erster Teil. Die literaturwissenschaftliche Imagologie (Geschichte, Theorie, Methoden): Forschungsstand

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Erster Teil Die literaturwissenschaftliche Imagologie (Geschichte, Theorie, Methoden): Forschungsstand Vor allem: man versteht kein fremdes Land – jeder ist in bezug auf ein fremdes Land Barbar: er kennt nicht die Süßigkeit des Hier-Aufgewachsen- Seins, die geheimen Winke, die intimen Verständigungen. (Heimito von Doderer: Commentarii 1957 bis 1966. Tagebücher aus dem Nachlass, zweiter Band. Hrsg. von Wendelin Schmidt-Dengler. München: Biederstein 1986 , S. 179: Lund 25. April 1959) Der Andere [kursiv im Orig.] Der andere Mensch ist wie ein anderer Planet, der aber unversehens ganz nahe herankommt und zu welchem man hinüberschauen kann. Aber man begreift die erblickten Gebilde nicht. (ebda S. 349: 30. November 1962) I. Die literaturwissenschaftliche Imagologie als Erforschung nationaler und ethnischer Fremdheit In meiner Dostoevskij-Studie habe ich die Geschichte, Theorien und Methoden der (literaturwissenschaftlichen) Imagologie als Teildisziplin der Komparatistik bzw. der Vergleichenden Literaturwissenschaft ausführlich dargestellt und dis- kutiert (widerska 2001, S. 21–72). Im folgenden Kapitel werden sie daher le- diglich – wie in der Einleitung bereits angekündigt – in einer zusammenfassen- den Übersicht präsentiert, um anschließend zusätzlich anhand der relevantesten Arbeiten zu Theorien und Methoden der Imagologie, die nach dem Erscheinen der Dostoevskij-Studie veröffentlicht wurden, die Entwicklungstendenzen und Perspektiven der imagologischen Forschung zu diskutieren10. Das Erkenntnisziel dieses Kapitels lässt sich somit als die Darstellung des theoretisch-literaturwissenschaftlichen Hintergrundes meiner Arbeit bezeichnen, auf dem das eigene terminologisch-methodologische Konzept der imagologi- schen-hermeneutischen Textinterpretation sich deutlicher abzeichnen wird.11 Dabei wird meine bereits in der Einleitung angegebene Definition der litera- turwissenschaftlichen Imagologie verwendet,...

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