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Zur Geschichte der deutschen Sprache im 20. Jahrhundert

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Universität Gdansk

Diese Arbeit zeichnet die wichtigsten Aspekte für die Entwicklung des deutschen Sprachraumes und der deutschen Sprache im 20. Jahrhundert nach. An der Schwelle des 20. Jahrhunderts wurden die Rechtschreibung und die Aussprache normiert, wobei allerdings viele Fragen offen gelassen wurden. Auch mit der letzten Orthographiereform wurde die Diskussion um die Rechtschreibung nicht abgeschlossen, da manche Probleme, wie beispielsweise die Kleinschreibung der Substantive, nicht endgültig gelöst wurden. Im 20. Jahrhundert erfolgten darüber hinaus viele Veränderungen im Bereich der einzelnen Subsysteme der Sprache. Das deutschsprachige Gebiet verlor an Raum und es verschwanden die meisten deutschen Sprachinseln und die deutschen Schutzgebiete. Es war keine Erfolgszeit für die deutsche Sprache auf internationaler Ebene, wozu die Kriege, die Zeit des Nationalsozialismus und die kommunistische Zeit beitrugen. Trotzdem lernen zurzeit Millionen Menschen Deutsch als Fremdsprache.

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1 Zur Situation vor 1900

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1.1 Der deutschsprachige Raum 1.1.1 Herausbildung und Einteilung des deutschsprachi- gen Raumes Die Geschichte der deutschen Sprache beginnt mit der Realisierung der II. Laut- verschiebung und der Entstehung des althochdeutschen Sprachgebietes, d.h. des Raumes der germanischen Stammesdialekte nördlich des Alpenraumes, auf dem diese Lautverschiebung völlig oder zumindest teilweise realisiert wurde. Die Verbreitung der um das Jahr 500 im Alpenraum begonnenen althochdeutschen Lautverschiebung verlief in Übereinstimmung mit der Wellentheorie von Johan- nes Schmidt (1872), wobei sie sich nicht in alle Richtungen, sondern nur nach Nordwesten verbreitete. Im Laufe der ersten 200 Jahre erreichte die Lautver- schiebung das Bairische, das Alemannische und die südlichen fränkischen Stammesdialekte, bis 1500 die sog. Benrather Linie, die damals in West-Ost- Richtung von Aachen über Düsseldorf, Olpe, Kassel, Nordhausen, Aschersle- ben, nördlich von Berlin bis Frankfurt an der Oder und später weiter nach Nord- osten entlang der Warthe und weiter Netze verlief. Die Benrather Linie verläuft entlang der Isoglosse [k]/[x] im intervokalischen Inlaut. Als Beispiel wurde das Verb maken/machen gewählt und diese Isoglosse wurde "Maken-machen-Linie" genannt. Im Nordwesten wurde das auslautende [k] in kurzen Wörtern noch weiter nördlich verschoben. (die Isoglosse ik (ek)/ich (ech) oder sik/sich). Diese Iso- glosse beginnt bei Venlo und Viersen, überquert bei Uerdingen den Rhein, ver- läuft weiter an der Ruhr entlang und trifft bei Wuppertal auf die Benrather Linie. Diese Isoglosse trägt die Namen Ik-ich-Linie, Sik-sich-Linie oder Uerdinger Li- nie. Zwischen der Uerdinger Linie im Norden...

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