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Zur Geschichte der deutschen Sprache im 20. Jahrhundert

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Universität Gdansk

Diese Arbeit zeichnet die wichtigsten Aspekte für die Entwicklung des deutschen Sprachraumes und der deutschen Sprache im 20. Jahrhundert nach. An der Schwelle des 20. Jahrhunderts wurden die Rechtschreibung und die Aussprache normiert, wobei allerdings viele Fragen offen gelassen wurden. Auch mit der letzten Orthographiereform wurde die Diskussion um die Rechtschreibung nicht abgeschlossen, da manche Probleme, wie beispielsweise die Kleinschreibung der Substantive, nicht endgültig gelöst wurden. Im 20. Jahrhundert erfolgten darüber hinaus viele Veränderungen im Bereich der einzelnen Subsysteme der Sprache. Das deutschsprachige Gebiet verlor an Raum und es verschwanden die meisten deutschen Sprachinseln und die deutschen Schutzgebiete. Es war keine Erfolgszeit für die deutsche Sprache auf internationaler Ebene, wozu die Kriege, die Zeit des Nationalsozialismus und die kommunistische Zeit beitrugen. Trotzdem lernen zurzeit Millionen Menschen Deutsch als Fremdsprache.

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2 Das deutschsprachige Gebiet im 20.Jahrhundert

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2 Das deutschsprachige Gebiet im 20. Jahrhundert 2.1 Folgen des Ersten Weltkrieges Aufgrund der Bestimmungen des Vertrages von Versailles verlor Deutschland ein Siebtel seines Territoriums und ein Zehntel seiner Bevölkerung. Die genauen Zahlen sind (nach: Friedensvertrag von Versailles, in: http://de.wikipedia.org): - Gebietsverlust: 72 069 km2 - 13% des Gesamtgebietes, - Bevölkerungsverlust - 6 451 00 Menschen - 10% der Gesamtbevölkerung. Die verlorenen Gebiete wurden meist erst in der zweiten Hälfte des 18. (z.B. Teilungen Polens) oder im 19. Jahrhundert deutsch. Auch die dort wohnende Bevölkerung war meist slawisch (polnisch oder tschechisch), romanisch (fran- zösisch oder wallonisch), dänisch (Nordschleswig) oder litauisch (Memelland). Ohne Volksabstimmung gingen an Polen folgende Gebiete: - der größte Teil Westpreußens (bis 1772 polnisch), d.h. der sog. Polnische Korridor, der in Übereinstimmung mit dem 14-Punkte-Programms von Woodrow Wilson, das die Entstehung eines unabhängigen polnischen Staates mit eigenem Zugang zum Meer vorsah, geschaffen wurde, - die Provinz Posen/Poznań (bis 1793 polnisch), - der südliche Teil des Kreises Neidenburg/Nida (501 km2 großes Gebiet um Soldau/Działdowo mit 24 736 Einwohnern), - das Reichthaler (Rychtal) Ländchen (der nordöstliche Teil des Landkreises Namslau, 85 km² Fläche mit 4 600 Einwohnern), - die nordöstliche Hälfte des Landkreises Groß Wartenberg, - kleine Teile der Landkreise Guhrau/Góra und Militsch/Milicz. Das Plebiszit (Volksabstimmung) wurde im Süden von Ostpreußen, in Teilen Westpreußens und in Schlesien durchgeführt. In Oberschlesien, wo sich 40,4% der Menschen...

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