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Zur Geschichte der deutschen Sprache im 20. Jahrhundert

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Universität Gdansk

Diese Arbeit zeichnet die wichtigsten Aspekte für die Entwicklung des deutschen Sprachraumes und der deutschen Sprache im 20. Jahrhundert nach. An der Schwelle des 20. Jahrhunderts wurden die Rechtschreibung und die Aussprache normiert, wobei allerdings viele Fragen offen gelassen wurden. Auch mit der letzten Orthographiereform wurde die Diskussion um die Rechtschreibung nicht abgeschlossen, da manche Probleme, wie beispielsweise die Kleinschreibung der Substantive, nicht endgültig gelöst wurden. Im 20. Jahrhundert erfolgten darüber hinaus viele Veränderungen im Bereich der einzelnen Subsysteme der Sprache. Das deutschsprachige Gebiet verlor an Raum und es verschwanden die meisten deutschen Sprachinseln und die deutschen Schutzgebiete. Es war keine Erfolgszeit für die deutsche Sprache auf internationaler Ebene, wozu die Kriege, die Zeit des Nationalsozialismus und die kommunistische Zeit beitrugen. Trotzdem lernen zurzeit Millionen Menschen Deutsch als Fremdsprache.

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5 Der Weg von der Orthographienormierung zur Orthographiereform

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Die einheitliche Rechtschreibung galt ab dem 1. Januar 1903 für die Behörden des Reiches und der Bundesstaaten sowie ab dem Beginn des Schuljahres 1903/1904 für die Schulen. Es wird unterschiedlich beurteilt, ob die Zweite Orthographische Konferenz von 1901 als eine Rechtschreibreform eingestuft werden kann, die als Präze- denzfall für die Rechtschreibreform von 1996 gelten kann, wie dies von Befür- wortern der letztgenannten Reform gesehen wird. Einer der verbissensten Kriti- ker der Reform von 1996, Theodor Ickler von der Universität Erlangen- Nürnberg schreibt dazu: Die „Rechtschreibreform von 1901“ – eine Legende: Unter Fachleuten ist bekannt, daß die um 1900 übliche Rechtschreibung nach der Zweiten Orthographischen Kon- ferenz (1901) keineswegs „reformiert“, sondern im Gegenteil gegen willkürliche Veränderungen unter staatlichen Schutz gestellt wurde. Das hat insbesondere Wolf- gang Kopke in seiner hervorragenden Dissertation (1995) noch einmal genau nach- gewiesen. (Ickler 2004) Eine ähnliche Meinung vertritt Horst Haider Munske, der meint: „[...] im Jahre 1901 war praktisch nur der geltende Usus sanktioniert worden. Des- halb genügte hierfür eine einmalige Konferenz von drei Tagen.“ (Eroms/Munske 1997: 155) Auch Konrad Duden äußerte im Vorwort des Wörterbuches vom Jahre 1903 die Meinung, dass der Hauptvorzug der während der Konferenz akzeptierten Recht- schreibung darin liegt, dass es sie gibt. Gelobt wurde von ihm die Vereinheitli- chung selbst, und nicht die Reichweite der Reformen. In dieser Hinsicht war sie doch ein Fortschritt. Zu den Hauptmängeln dieser Orthographiekodifizierung gehörte die Varianz in folgenden Bereichen: -...

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