Show Less

Zur Geschichte der deutschen Sprache im 20. Jahrhundert

Series:

Universität Gdansk

Diese Arbeit zeichnet die wichtigsten Aspekte für die Entwicklung des deutschen Sprachraumes und der deutschen Sprache im 20. Jahrhundert nach. An der Schwelle des 20. Jahrhunderts wurden die Rechtschreibung und die Aussprache normiert, wobei allerdings viele Fragen offen gelassen wurden. Auch mit der letzten Orthographiereform wurde die Diskussion um die Rechtschreibung nicht abgeschlossen, da manche Probleme, wie beispielsweise die Kleinschreibung der Substantive, nicht endgültig gelöst wurden. Im 20. Jahrhundert erfolgten darüber hinaus viele Veränderungen im Bereich der einzelnen Subsysteme der Sprache. Das deutschsprachige Gebiet verlor an Raum und es verschwanden die meisten deutschen Sprachinseln und die deutschen Schutzgebiete. Es war keine Erfolgszeit für die deutsche Sprache auf internationaler Ebene, wozu die Kriege, die Zeit des Nationalsozialismus und die kommunistische Zeit beitrugen. Trotzdem lernen zurzeit Millionen Menschen Deutsch als Fremdsprache.

Prices

See more price optionsHide price options
Show Summary Details
Restricted access

6 Entwicklungstendenzen in der deutschen Sprache des 20. Jh.

Extract

Sprachneuerungen treten in allen Teilsystemen auf, wobei sie aber in geschlos- senen Subsystemen (phonetisch-phonologisches System, morphologisches Sys- tem) viel langsamer zustande kommen als in den offenen Subsystemen (lexikali- sches System, syntaktisches System). Hundert Jahre sind in der Geschichte einer Sprache eine verhältnismäßig kurze Zeit und daher kann angenommen werden, dass in dieser Zeit eigentlich keine bedeutenden Neuerungen im phonetisch- phonologischen System auftraten und sie im morphologischen System (Flexion) nicht besonders groß waren. Neuerungen können aufgrund bestimmter Beschlüsse (so war es mit der deutschen Rechtschreibung) und infolge der Wirkung von bestimmten Tenden- zen zustande kommen. Die Veränderungen in der Rechtschreibung werden im Kap. 5 behandelt. Die sprachlichen Neuerungen können außer- und innersprachliche Ursachen haben. Veränderungen im lexikalischen System (Neuwörter, Bedeutungserwei- terung, Schwund von Wörtern) haben außersprachliche Ursachen, denn sie er- folgen infolge der Veränderungen in der Sprachgemeinschaft (Realität). Die in- nersprachlich verursachten Veränderungen sind das Ergebnis der Wirkung von zwei Tendenzen - der Tendenz zur Vereinfachung und der entgegenwirkenden Tendenz zur Verdeutlichung. Der Mensch vereinfacht viel, weil dies die Kom- munikation vereinfacht und beschleunigt (Sprachökonomie). Wenn aber die Vereinfachungen zu weit gehen, beeinträchtigt dies die Kommunikation und es werden meist verdeutlichende Maßnahmen getroffen. So führte die Reduktion der Flexionsendungen zur Formenneutralisierung im Bereich der substantivi- schen Kasusformen, was die Kommunikation erschwerte. Infolgedessen tauchte der Artikel als verdeutlichender Faktor auf. Da die Tendenzen in der deutschen Sprache des 20. Jh. in der Fachliteratur eingehend...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.