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Zur Geschichte der deutschen Sprache im 20. Jahrhundert

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Universität Gdansk

Diese Arbeit zeichnet die wichtigsten Aspekte für die Entwicklung des deutschen Sprachraumes und der deutschen Sprache im 20. Jahrhundert nach. An der Schwelle des 20. Jahrhunderts wurden die Rechtschreibung und die Aussprache normiert, wobei allerdings viele Fragen offen gelassen wurden. Auch mit der letzten Orthographiereform wurde die Diskussion um die Rechtschreibung nicht abgeschlossen, da manche Probleme, wie beispielsweise die Kleinschreibung der Substantive, nicht endgültig gelöst wurden. Im 20. Jahrhundert erfolgten darüber hinaus viele Veränderungen im Bereich der einzelnen Subsysteme der Sprache. Das deutschsprachige Gebiet verlor an Raum und es verschwanden die meisten deutschen Sprachinseln und die deutschen Schutzgebiete. Es war keine Erfolgszeit für die deutsche Sprache auf internationaler Ebene, wozu die Kriege, die Zeit des Nationalsozialismus und die kommunistische Zeit beitrugen. Trotzdem lernen zurzeit Millionen Menschen Deutsch als Fremdsprache.

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7 Deutsch als internationale Verkehrssprache und als Fremdsprache

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Um die Jahrhundertwende war Deutsch eine der wichtigsten Sprachen auf inter- nationaler Ebene, wozu zwei Faktoren beigetragen haben: - die Rolle der deutschsprachigen Staaten in der Welt, - das hohe Niveau der Wissenschaft und Technik in diesen Ländern. Die Rolle des Deutschen in Europa ist mit der Gründung der österreichisch- ungarischen Doppelmonarchie (1867) und des Deutschen Kaiserreiches (1871) deutlich gestiegen. Diese beiden Staaten, besonders aber Deutschland, brachten ihre Forschung und Technik auf den höchsten Stand. Wer über die neuesten Er- findungen lesen wollte, musste es oft in deutscher Sprache machen. Auch auf politischer Ebene wurde häufig in deutscher Sprache verhandelt. So war Deutsch eine der bedeutendsten internationalen Verkehrssprachen und eine der am meisten gelernten Fremdsprachen, die vor allem in Ost- und Nordeuropa unterrichtet wurde. Im nichtdeutschsprachigen Teil der Donaumo- narchie (Transleithanien, Galizien) war Deutsch die offizielle Amtssprache. Die meisten Ungarn, Tschechen und Slowenen waren zweisprachig. Deutsch war zwar nicht die Lingua franca in Europa, zählte aber zu den drei wichtigsten Sprachen. Im Bereich der Kultur war das Französische noch vor- herrschend, doch im Bereich der Technik war die Rolle des Deutschen viel grö- ßer. Eine Konkurrenz begann hier das Englische darzustellen, denn in England und in den USA blühte auch die Wissenschaft und der technische Fortschritt war nicht geringer als in Deutschland. In der wilhelminischen Zeit begann auch die offizielle staatliche Förderung der deutschen Sprache im Ausland, die in dieser Zeit bestimmte nationalistische Ideen mit sich brachte. Im Unterricht Deutsch als...

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