Show Less

Josef Gieles: Studentenbriefe 1939-1942

Widerständiges Denken im Umfeld der Weißen Rose- 2., durchgesehene Auflage

Edited By Heinrich Kanz

Diese Briefsammlung enthält alle im Familienarchiv Gieles vorhandenen Briefe an die Eltern und Geschwister in Klein-Auheim aus der Münchener Studentenzeit September 1939 bis Ende 1942 (Medizinische Promotion/Staatsexamen). Sie spiegeln die innere und äußere Entwicklung eines Studenten der Medizin im Dritten Reich wider, dessen Studium parallel zu militärischer Ausbildung und dem Dienst in einer Sanitäts-/Studentenkompagnie lief. Josef Gieles gehörte zum studentischen Freundeskreis der Weißen Rose. Er war mit einigen ihrer hingerichteten Mitglieder freundschaftlich verbunden und hatte geistigen Kontakt mit ihnen.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

NACHWORT (= N)

Extract

Nachwort NACHWORT ( = N) Einleitung Ein NACHWORT soll zu weiterer Beschäftigung motivieren. Es kann kein Ersatz für wissenschaftliche Auswertung sein. Für den Herausgeber ergeben sich nach der Lektüre spontan Anregungen zu Fragestellungen in seiner Disziplin, der Bildungsgeschichte. Dort ist in dem letzten Jahrzehnt ein Bedürfnis nach bildungsbiographischen Erarbeitungen spürbar. In dieser Hinsicht werden Fragehorizonte erschlossen, die sich einerseits allgemein auf die Aufarbeitung der Geschichte von Erziehung und Bildung beziehen, andererseits dies aber in konkreter Absicht von den Lembiographien der Bildungssubjekte aus. Da gerade Bildungsbiographien die höchst singulären Einzelentscheidungen und welt­ anschaulichen Individualwertungen enthalten, sind sie vor allem anderen geeignet, Grundlagen für die Erforschung der jeweiligen inneren Lage zur Ver­ fügung zu stellen. Bildungsbiographien beinhalten also nicht gesichtslos das "Allgemeine", sondern das eminent "Singuläre", das sich nicht aus anderen Bezügen herleiten läßt, sondern das Signum des Individuums trägt. Daher muß - nun in Anwendung auf die NS-Zeit - nach der inneren Gestalt der Studierenden gefragt werden. Wie sie sich zu Beginn des zweiten Welt­ krieges darstellte, und wie sie sich im Verlauf des Krieges strukturierte, signalisiert einerseits die Verführungsmöglichkeiten des Nationalsozialismus, andererseits die geistige Abwehr, die allmählich sich ergebende Sperrung gegen ihn während des Studiums. Ob es Studierende fertig brachten, während des Propagandaterrors, den NS-Unterdrückimgsmöghchkeiten in den "gleichgeschal­ teten" Universitäten unterworfen und bei Liquidierung der offenen Gegner des NS, gleichwohl eine eigene innere Linie zu finden, die sich unweigerlich auch...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.