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Die Mankohaftung im Arbeitsverhältnis nach der Schuldrechtsmodernisierung

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Jun Zhu

Das Buch widmet sich der allgemeinen und der besonderen Mankohaftung im Arbeitsverhältnis nach der Schuldrechtsmodernisierung. Soweit es um die allgemeine Mankohaftung geht, werden die Anspruchsgrundlage, die Beweislastverteilung im Mankofall und die Mankohaftung im Rahmen der privilegierten Arbeitnehmerhaftung ohne Doppelverwertung des betrieblichen Risikos untersucht. Im Hinblick auf die besondere Mankohaftung werden der Rechtscharakter der Grundsätze über die beschränkte Arbeitnehmerhaftung, die Auswirkung der AGB-Kontrolle auf vorformulierte Mankoabreden und der Spielraum für kollektivvertragliche Mankovereinbarungen erörtert. Schließlich werden die verschiedenen im Laufe der Zeit gemachten Vorschläge zu einer gesetzlichen Fixierung der Arbeitnehmerhaftung daraufhin durchgemustert, ob und in welcher Weise sie sich auch zur Mankohaftung äußern.

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Erster Teil: Begriff und Fallgruppen der Mankohaftung

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A. Begriff der Mankohaftung Bevor man auf das Thema der Mankohaftung eingeht, ist zunächst kurz der Be- griff der Mankohaftung zu klären. Nach dem Gespräch des Verfassers mit vielen deutschen Studenten aus der juristischen Fakultät, die nicht Arbeitsrecht als Schwerpunkt wählen, ist die Mankohaftung selbst für sie ein völlig fremdes Wort. Von dem Wortlaut her bedeutet die Mankohaftung die Haftung für ein Manko. Das Herkunftswörterbuch von Duden erklärt das Wort „Manko“ wie folgt: „Manko »Fehlbetrag; Ausfall; Mangel«: Das seit dem 19.Jh. bezeugte, aus der Kaufmannssprache stammende Substantiv, das für das ältere Wort „Aman- co“ (18. Jh.) steht, geht auf it. manco »Mangel, Fehlbetrag« (bzw. älter it. a manco »im Ausfall, im Defizit«) zurück. Zugrunde liegt das lat. Adjektiv mancus »verstümmelt; unvollständig«.“22 Die Mankohaftung, als eine besondere Form der Schadenshaftung des Ar- beitnehmers, stellt eine klassische Untergruppe der Arbeitnehmerhaftung dar. In der arbeitsrechtlichen Literatur hat sich im Laufe der Zeit ein einheitlicher Be- griff der Mankohaftung herausgebildet, unter dem man die Haftung für den Schaden versteht, den ein Arbeitgeber dadurch erleidet, dass ein seinem Arbeit- nehmer anvertrauter Warenbestand eine Fehlmenge aufweist oder sich in einer von seinem Arbeitnehmer geführten Kasse ein Fehlbestand ergibt.23 22 Duden, Herkunftswörterbuch, Etymologie der deutschen Sprache, 3. Auflage, S. 506. 23 Langer, S. 11; Woltereck, RdA 1963, S. 314; Reinecke, ZfA 1976, S. 216; Jung, S. 7; Pauly, BB 1996, S. 2038; Otto/Schwarze, Rn. 271; Stoffels, AR-Blattei SD 870.2...

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