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Der Amtsbesitz des Insolvenzverwalters

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Fabian Vielsäcker

Diese Arbeit beleuchtet sowohl praktische wie auch dogmatische Fragen im Zusammenhang mit der Inbesitznahme von Massegegenständen durch den Insolvenzverwalter. Die Untersuchung erfolgt dabei in erster Linie vor dem Hintergrund der Pflicht des Verwalters aus § 148 Abs. 1 InsO, das Vermögen des Schuldners sofort nach Verfahrenseröffnung in Besitz und Verwaltung zu nehmen. Die Arbeit begnügt sich dabei nicht alleine mit der Suche nach den Anforderungen, die an die Erfüllung der Pflicht zur Inbesitznahme zu stellen sind. Vielmehr überprüft sie vor dem Hintergrund insolvenzverfahrensspezifischer Fragestellungen ob, wann und wie ein Insolvenzverwalter Besitz an Massegegenständen erwirbt und welche konkreten besitzrechtlichen Folgen hieraus resultieren.

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Teil V - Der Besitz der Insolvenzordnung

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Die bisher gefundenen Ergebnisse beinhalten bereits einen wertvollen Gehalt für die Praxis, da sie die Konsequenzen aus der besitzrechtlichen Stellung des In- solvenzverwalters, sei es in haftungsrechtlicher Hinsicht oder in Fragen der Rechtsstellung des Verwalters, aufzeigen. Offen blieb aber bislang, weshalb die Insolvenzordnung in § 148 Abs. 1 InsO ausdrücklich davon spricht, der Insolvenzverwalter habe die Vermögensgegen- stände „in Besitz“ zu nehmen, wenn er, zumindest nach der hier vertretenen Auffassung, regelmäßig durch die insolvenzrechtliche Verstrickung der Vermö- gensgegenstände i.V.m. besitzrechtlichen Überlegungen732 die Voraussetzungen der §§ 854 ff. BGB erfüllt und damit bereits vor einer aktiven Handlung zivil- rechtlichen Besitz erworben hat.733 Dieser Umstand, sowie der Sinn und Zweck der Inbesitznahme veranlassen eine Prüfung, inwieweit es zur Pflichterfüllung im Rahmen des § 148 Abs. 1 InsO überhaupt auf einen zivilrechtlichen Besitzerwerb durch den Insolvenzverwalter ankommt und wie dieser Besitz dann genau auszusehen hat. Die Übertragung der Besitzregeln des BGB auf die Inbesitznahmepflicht des Insolvenzverwalters und den damit verfolgten insolvenzrechtlichen Wirkungen, lässt wenigstens zweifeln, ob dem gesetzgeberischen Willen im Rahmen von § 148 Abs. 1 InsO alleine damit genüge getan ist, dass der Insolvenzverwalter in irgendeiner Weise zivilrechtlichen Besitz begründet. Dies wird umso deutlicher, wenn man sich die verschiedenen Möglichkeiten des zivilrechtlichen Besitzerwerbs vor Augen führt, der sich nicht nur durch aktives Handeln, insbesondere der Ergreifung, sondern auch durch bloße Einigung über den Besitzübergang, mithin ohne direkten Zugriff auf die Sache, gem. § 854 Abs. 2 BGB vollziehen kann. Zur...

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