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Überlebenschancen der Kleinsprachen in der EU im Schatten nationalstaatlicher Interessen

Identitätskonstruktionen von Kulturakteuren in europäischen Grenzräumen

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Zhouming Yu

Die zwischen Sprach- und Politikwissenschaft angesiedelte Studie beschäftigt sich mit der Situation der Kleinsprachen in Europa und mit den soziolinguistischen, gesellschaftlichen und politischen Bedingungen ihres Überlebens. Sie nimmt durchgehend zweierlei in den Blick: die Ursachen für Sprachgefährdung einerseits, die Faktoren für eine erfolgreiche Spracherhaltung andererseits. Sprache wird hierbei immer sowohl als Identitätsträger als auch als Kommunikationsmittel verstanden und aus Sicht der unterschiedlichen Akteure, des Staates und der Sprecher der Kleinsprachen, beleuchtet. Diskutiert werden unter anderem Aspekte wie Fragen zu Sprachstatus und Sprachkompetenz, deren Domänenspezifik, die Chancen und Risiken individueller und staatlicher Mehrsprachigkeit sowie die völkerrechtlichen Rahmenbedingungen.

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4 Die Kleinsprache im Spannungsfeld zwischen Staat und Minderheit: Sprache als Kultur- und Identitätsträger

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Dieses Kapitel beschäftigt sich mit dem Identitätsaspekt und versucht, die Be- deutung der Sprache als Identitätsträger jeweils für den Staat und für die Minderheiten zu erläutern. Im ersten Abschnitt wird die Beziehungen zwischen Sprache und Identität grundsätzlich bestimmt. In den beiden folgenden Ab- schnitten wird die Rolle der Sprache als Identitätsträger aus Perspektive je des Staates bzw. der Minderheiten diskutiert. Für die Staaten waren in der Ge- schichte die Nations- und Nationalstaatsbildung sowie die Stabilisierung des Nationalstaates von relevanter Bedeutung, während in der Gegenwart die Globalisierung, Regionalisierung und Europäisierung neue Herausforderungen darstellen. Bei den Sprechern der Kleinsprachen ist es für die Erhaltung ihrer Sprache wichtig, ob und wie sie eine Balance in ihrer noch näher zu charakteri- sierenden Mehrebeneidentität finden können, und wie sie mit dem marginali- sierten Status ihrer Sprache zurechtkommen. 4.1 Identität und Sprache In der (sozio-)psychologischen Forschung ist „Identität“ ein Begriff, der sich seit Jahrzehnten immer weiter verändert und entwickelt. Die Erklärungen des zentralen Problems der Identitätsstudien, nämlich wie man sich selbst definiert, reichen auf einer breiten Skala von traditionellen über moderne bis zu den post- modernen Strömungen und basieren auf verschiedensten Ansätzen (z. B. Psychoanalyse, Sozialpsychologie oder Interaktionismus).131 Wegen des Um- fangs der diesbezüglichen wissenschaftlichen Diskussion erscheint es unrealis- tisch, diese umfassend zu referieren und eine präzise Definition des Begriffs der „Identität“ zu geben. Hier...

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