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Überlebenschancen der Kleinsprachen in der EU im Schatten nationalstaatlicher Interessen

Identitätskonstruktionen von Kulturakteuren in europäischen Grenzräumen

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Zhouming Yu

Die zwischen Sprach- und Politikwissenschaft angesiedelte Studie beschäftigt sich mit der Situation der Kleinsprachen in Europa und mit den soziolinguistischen, gesellschaftlichen und politischen Bedingungen ihres Überlebens. Sie nimmt durchgehend zweierlei in den Blick: die Ursachen für Sprachgefährdung einerseits, die Faktoren für eine erfolgreiche Spracherhaltung andererseits. Sprache wird hierbei immer sowohl als Identitätsträger als auch als Kommunikationsmittel verstanden und aus Sicht der unterschiedlichen Akteure, des Staates und der Sprecher der Kleinsprachen, beleuchtet. Diskutiert werden unter anderem Aspekte wie Fragen zu Sprachstatus und Sprachkompetenz, deren Domänenspezifik, die Chancen und Risiken individueller und staatlicher Mehrsprachigkeit sowie die völkerrechtlichen Rahmenbedingungen.

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7 Staatliche Sprachenpolitik in konkreten Domänen

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Wie die vorigen Kapitel zeigen, ist der heutige Zustand der europäischen Klein- sprachen auf die nationalstaatliche Tradition und Ideologie sowie ihre Praxis in Europa zurückzuführen, deren Auswirkungen immer noch zu spüren sind. Kon- kret gesehen sind es die sprachenpolitischen Maßnahmen und Regelungen, in denen sich diese Tradition und Ideologie widerspiegelt, die den Status, den Ge- brauch und die Weitergabe der Sprache maßgeblich beeinflussen. Für die Diskussion über die Zukunft der Kleinsprachen ist es sinnvoll, diese konkreten Maßnahmen und Regelungen in Bezug auf ihre Grundsätze, ihre Zielsetzungen, ihre Folgen und ihre Durchführbarkeit zu beobachten und zu bewerten. In diesem Kapitel sind der Sprachstatus und drei Gebrauchsdomänen behan- delt, nämlich Bildungswesen, Behörden und Gerichte sowie Massenmedien. Die privaten Bereiche, wie z. B. der Sprachgebrauch und der Spracherwerb der Individuen im privaten Leben, aber auch der Sprachgebrauch im wirtschaft- lichen, gesellschaftlichen oder kulturellen Kontext, unterliegen heutzutage in den demokratischen Ländern keinen Einschränkungen seitens des Staates mehr. In diesem Kapitel werden nur vereinzelt die sprachenpolitischen Regelungen in diesen Bereichen in der Vergangenheit als Gründe für die heutigen Situationen erwähnt. 7.1 Sprachstatus Der Begriff „Sprachstatus“ bezieht sich auf die Stellung und die Funktion einer Sprache in der Sprachgemeinschaft.285 Das Erreichen eines Status hat zwar seine linguistischen, kulturellen, demographischen und wirtschaftlichen Gründe, am stärksten sind Statusfragen jedoch von der Politik beeinflusst. Und der Sprach- status einer Kleinsprache lässt sich vor allem als Ergebnis und Wirkung...

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