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Zur (Re)kontextualisierung des Afrikabildes in der deutschsprachigen Literatur

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Komi Edinam Akpemado

Über den afrikanischen Kontinent wurde in den europäischen Literaturen von der Epoche der europäischen Expansionen bis zur Gegenwart viel berichtet und geschrieben. Das dargestellte Bild ist meist mit Klischees und Stereotypen behaftet. In der deutschsprachigen Literatur findet Afrika Erwähnung, wenn über Krisen und Exotik gesprochen wird. Selten wird jedoch das präsentierte Bild unter die Lupe genommen und hinterfragt. Die Arbeit versucht daher anhand von Texten aus der fiktionalen und nichtfiktionalen Literatur, den Kontinent als Konstrukt im Spiegel deutschsprachiger Literatur des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart zu analysieren. Der Untersuchung liegt eine interkulturelle Hermeneutik zugrunde und das dargestellte Bild wird in den historischen Kontext eingeordnet.

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VI. Ausblick

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Im Rahmen dieser Arbeit wurde das Bild Afrikas in ausgewählten Werken der deutschsprachigen Literatur aus unterschiedlichen Perspektiven und Kontexten analysiert, interpretiert und in den historischen Kontext neu eingeordnet. Es lässt sich aus der Textanalyse herleiten, dass die Ursachen des überwiegend krisenorientierten Afrika-Bildes viele Jahrzehnte zurückliegen. Der Entstehungs- ort dieses Bildes erstreckt sich weit über mehrere Kontinente. Das Entstehen eines besseren Bildes bedarf der Zusammenarbeit vieler Akteure nicht nur in Afrika, sondern auch in Europa. Einer der Faktoren, der das Bild Afrikas in den analysierten Werken geprägt hat, ist die Gewalt in Form von kriegerischen Auseinandersetzungen entweder zwischen Völkergruppen eines Staates, zweier Staaten oder religiösen Glaubens- gemeinschaften. Im Gegensatz zur Eroberungs- und Kolonialzeit hat die Gewalt in Afrika der Neuzeit eine andere Dimension. Die Afrikaner kämpfen unter sich, und die westlichen Staaten, die ehemaligen Kolonialherren, die die Gewalt aus- übten, übernehmen jetzt die Rolle von Friedenstiftern. Dieser Aspekt der Abhän- gigkeit Afrikas vom Ausland wird ein Handikap für die weitere Entwicklung dieses Erdteils sein. In diesem Zusammenhang ist laut vieler Buchautoren, die sich mit der gesellschaftlichen und politischen Entwicklung des Kontinents be- schäftigen, die Zukunft des Kontinents „schwarz“.393 Das Eingreifen des Aus- lands bleibt meist interessengeleitet. Dies stellt die Effektivität und Neutralität jeder Friedenmission in Frage. Wenn die Afrikaner frei sein wollen, müssen sie in der Lage sein, ihre Probleme selbst zu lösen. Afrika wird gegenwärtig häufig in den Medien thematisiert. Die vor kurzem...

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