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Das Notationssystem von Heinz Matyssek

Die Realität seiner Anwendung und sein generatives Potenzial beim Konsekutivdolmetschen

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Lucyna Krenz-Brzozowska

In der Arbeit wurden universale Notationsgrundregeln festgelegt, mit denen Dolmetscher den Kern ihrer individuellen Notationssysteme bilden können. Es sind Matysseksche Notationsregeln mit einem so hohen generativen Potenzial, dass sie von den meisten Dolmetschern bei der Notizennahme angewendet werden. Das von Jerzy Żmudzki entwickelte KSD-Modell wurde um die Phase Speicherung ergänzt, die aus zwei parallel verlaufenden Subphasen Memorisierung und Notizennahme besteht, wobei deren Platzierung von der Notationssprache im jeweiligen Moment abhängt. Darüber hinaus wurden die Merkmale der Textsorte Notationstext bestimmt, wobei dieser immer an den AS- und ZS-Text gebundene Text als Subtext zu diesen Texten zu betrachten ist. Die Arbeit liefert auch einen Beitrag zur Diskussion um die Notationssprache(n).

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2 Situierung des Untersuchungsgegenstands

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Die Notation wird traditionell nicht dem Interessenbereich der Wissenschaft, son­ dern der Lehre zugeordnet und in der Fachliteratur, wenn überhaupt, aus prakti­ scher Sicht und ohne wissenschaftliche Ansprüche thematisiert (z. B. Her­ bert 1952, Rozan 1956, Min’jar-Beloruchev 1969a, Becker 1971, Becker 1975, Matyssek 1989, Ahrens 2001, Andres 2001, 2002a, Gillies 2001).14 Sie wird meistens entweder als Fertigkeit aufgefasst, die eine dolmetschspezifische Kom­ ponente der Translationskompetenz eines Dolmetschers (Matyssek 1989:VI) dar­ stellt, oder als technisches Hilfsmittel zur Unterstützung des Gedächtnisses des Dolmetschers und dadurch zur Qualitätssicherung der Dolmetschleistungen beim KSD (Matyssek 1989:V, 25-26, 34, 40, 41). Die dolmetschdidaktischen Ansätze, die sehr oft auf persönlichen Erfahrungen der Verfasser basieren, widersprechen sich dabei in großem Maße bei vielen Fragestellungen (Andres 2002a:209).15 Die Autoren sind sich beispielsweise nicht einig über die Notationssprache, den Gebrauch von Symbolen und Wortkürzungen und den Zeitpunkt der Notizen­ nahme während des KSD-Vorgangs (Andres 2002b:57). Zum Forschungsgegens­ tand gemacht und gemäß den Forderungen nach Wissenschaftlichkeit methodisch erforscht wurde die Notation in wenigen Veröffentlichungen aus dem Bereich der Dolmetschwissenschaft wie z. B. in den Dissertationen von Dörte Andres (2002b) und von Michaela Albl-Mikasa (2007). Auch die vorliegende Arbeit versteht sich als ein Beitrag zur systematischen Erfassung von Notation. Die Notation wurde für Belange des KSD entwickelt, dessen Anfänge und Entwicklung mit den geschichtlichen Ereignissen und dem technologischen Fort­ schritt im Europa des vergangenen Jahrhunderts zusammenhingen. Die Entwick­ lungen in Politik, Wirtschaft...

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