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Das Notationssystem von Heinz Matyssek

Die Realität seiner Anwendung und sein generatives Potenzial beim Konsekutivdolmetschen

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Lucyna Krenz-Brzozowska

In der Arbeit wurden universale Notationsgrundregeln festgelegt, mit denen Dolmetscher den Kern ihrer individuellen Notationssysteme bilden können. Es sind Matysseksche Notationsregeln mit einem so hohen generativen Potenzial, dass sie von den meisten Dolmetschern bei der Notizennahme angewendet werden. Das von Jerzy Żmudzki entwickelte KSD-Modell wurde um die Phase Speicherung ergänzt, die aus zwei parallel verlaufenden Subphasen Memorisierung und Notizennahme besteht, wobei deren Platzierung von der Notationssprache im jeweiligen Moment abhängt. Darüber hinaus wurden die Merkmale der Textsorte Notationstext bestimmt, wobei dieser immer an den AS- und ZS-Text gebundene Text als Subtext zu diesen Texten zu betrachten ist. Die Arbeit liefert auch einen Beitrag zur Diskussion um die Notationssprache(n).

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5 Überblick über die Konzeptionen der Translationskompetenz

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Die Notizen können ihre Rolle beim KSD nur dann effektiv erfüllen, wenn sie unter Verwendung eines NS gemacht werden. Die Kenntnis eines bzw. mehrerer NS und die Notationstechnik, d. h. die Fertigkeit, effektive Notizen zu machen, sind daher notwendige Bestandteile der Translationskompetenz eines Konseku­ tivdolmetschers.38 Über die Translationskompetenz haben sich viele Forscher geäußert (z. B. Holz-Mänttäri 1984, Grucza 1988, Hejwowski 1992, Marchwiń s k i1992, Koller 41992, Pieńkos 1993, Risku 1998, Pöchhacker 2001, Best 2002, Leube 2002, Lö­ we 2002, Kutz 2002, Knobloch 2002). Ihre Konzeptionen unterscheiden sich in Komplexität und Schwerpunktsetzung. Viele Autoren äußern sich nur zu einer ausgewählten Komponente der Translationskompetenz, die ihrer Ansicht nach besonders wichtig ist. In älteren Publikationen zur Translationskompetenz werden an den Dolmet­ scher vor allem Forderungen nach gewissen angeborenen Eigenschaften gestellt. Beispielsweise spricht Göhring (1976:147) in diesem Kontext von großer Ich- Stärke, Ambivalenztoleranz und Kommunikationsfreudigkeit. Kusterer (1976:180, 185) erwähnt hier Eigenschaften wie die Fähigkeit, das Verhalten der jeweiligen Gesprächsatmosphäre anzupassen, ein gewisses schauspielerisches Gespür, Talent, Intelligenz, unstillbare Neugierde, Wissensdurst, Lernbereit- schaft, Wendigkeit, Lust am Formulieren und Sinn für sprachliche Differenzie­ rung. Grundsätzlich hat sichjedoch die Ansicht über die Eignung für diesen Beruf geändert, und die Translationskompetenz wird nicht mehr als Talent oder Bega­ bung gesehen, sondern als erlernbare Fähigkeit, die heutzutage Rahmen eines ein­ schlägigen Universitäts- oder Hochschulstudiums erworben werden kann.39 38 Für die...

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