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Das Notationssystem von Heinz Matyssek

Die Realität seiner Anwendung und sein generatives Potenzial beim Konsekutivdolmetschen

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Lucyna Krenz-Brzozowska

In der Arbeit wurden universale Notationsgrundregeln festgelegt, mit denen Dolmetscher den Kern ihrer individuellen Notationssysteme bilden können. Es sind Matysseksche Notationsregeln mit einem so hohen generativen Potenzial, dass sie von den meisten Dolmetschern bei der Notizennahme angewendet werden. Das von Jerzy Żmudzki entwickelte KSD-Modell wurde um die Phase Speicherung ergänzt, die aus zwei parallel verlaufenden Subphasen Memorisierung und Notizennahme besteht, wobei deren Platzierung von der Notationssprache im jeweiligen Moment abhängt. Darüber hinaus wurden die Merkmale der Textsorte Notationstext bestimmt, wobei dieser immer an den AS- und ZS-Text gebundene Text als Subtext zu diesen Texten zu betrachten ist. Die Arbeit liefert auch einen Beitrag zur Diskussion um die Notationssprache(n).

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6 Das KSD-Modell von Żmudzki

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Neben seiner Definition des KSD stellte Jerzy Zmudzki (11995) im Buch Konse­ kutivdolmetschen. Handlungen - Operationen - Strategien ein komplexes be­ schreibendes Modell des KSD dar. In seinen aktuelleren Beiträgen (z. B.: Zmudz­ ki 2000, 2004a, 2004b, 2005a, 2005b, 2006, 2008a) erfuhr dieses Modell eine weitere Spezifizierung und Präzisierung. Da sich in der vorliegenden Arbeit bei der Auslegung der Notizennahme als Subphase des KSD-Vorgangs auf das KSD- Modell von Zmudzki gestützt wird, ist es an dieser Stelle nötig, dieses Modell in seiner Komplexität mit all seinen Aspekten detailliert darzustellen. Bei der Modellierung des KSD lehnt sich Zmudzki (11995:27-30, 2008a:177) an die von Fiehler (1980) und Holz-Mänttäri (1984) entwickelten Theorieansät­ ze über Kommunikation und Kooperation an und fasst das KSD als Handlung auf, der wegen des Zieles, die sie als Sondersorte der Translation verfolgt, im Rahmen der interkulturell-interlingualen Kooperation eine besondere Rolle zu­ kommt (Zmudzki11995: 10-11). Um das Wesen des KSD richtig auszulegen, muss somit von der Kooperation ausgegangen werden. Damit ein Tätigkeitszusammenhang als Kooperation aus­ gewiesen wird, müssen Individuen mit ihren wissentlich oder planmäßig aufein­ ander bezogenen Tätigkeiten in direkte Relationen treten und ihren Kooperations­ bedarf erkennen (Zmudzki 11995:29). Er besteht dann, wenn sich Individuen ihrer gemeinsamen individuellen bzw. kollektiven Ziele bewusst sind, was in der heu­ tigen globalisierten Welt sehr oft im interkulturell-interlingualen Kommunikati­ onsraum vorkommt (Zmudzki 11995:29 mit Bezug aufFiehler 1980:27). Aus dem interkulturell-interlingualen Kooperationsbedarf ergibt sich der interkulturell­ interlinguale Kommunikationsbedarf,...

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