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Punkt, Linie, Fläche – territorialisierte Europäisierung

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Tobias Chilla

Die räumlichen Auswirkungen der europäischen Integration sind sehr vielfältig und zeigen sich gerade auch in unerwarteten Bereichen. Tobias Chilla reflektiert dies in konzeptioneller Hinsicht und bezieht sich dabei auf drei Fallbeispiele, die der Logik «Punkt-Linie-Fläche» folgen. Punkt: Die Suche nach einer «Hauptstadt der EU» hat Brüssel und andere Städte geprägt, ohne dass bis heute offiziell eine EU-Hauptstadt benannt worden wäre. Linie: Die Neuausrichtung der sogenannten «Großregion» um Luxemburg zeigt einen Maßstabsprung in der Kooperation entlang von Grenzen. Fläche: Die Naturschutzrichtlinie FFH hat nach einer konflikthaften Umsetzung nun mehr als ein Zehntel des europäischen Territoriums unter Schutz gestellt.

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3 Operationalisierung und empirische Verankerung

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3.1 Drei Fallstudien als empirische Basis Die vorliegende Arbeit ist keine monographische Zusammenfassung eines in sich abgeschlossenen Forschungsvorhabens. Vielmehr argumentiert diese Arbeit im Rückgriff auf drei Forschungsprojekte mit verschiedentlichen Bezügen zum Europäisierungskonzept, an denen der Autor im Zeitraum 2004-2011 in ver- schiedener Weise mitgewirkt hat. Diese Arbeiten, die auf unterschiedlich konzeptionellem Niveau und auch unterschiedlich ausführlich in der empirischen Bearbeitung argumentieren, sind gewissermaßen durch die Logik „Punkt – Linie – Fläche“ miteinander verbunden: Das erste Europäisierungsfeld ist die ‚punktuelle‘ Verortung der EU-Institutionen in verschiedenen europäischen Städten, wobei der Situation in Brüssel und Lu- xemburg besondere Bedeutung zukommt. In diesem Fall liegen eine Reihe von Recherchen zugrunde, die im Rahmen von Lehrveranstaltungen und von Publi- kationen erfolgt sind (insbesondere Chilla 2009b und c, letzteres im Zusammen- hang mit der Mitherausgeberschaft des Luxemburg-Atlas, Bousch et al. 2009). Abgesehen von einer Reihe eher explorativer Expertengespräche ist dieser Teil der Arbeit primär auf wissenschaftliche und graue Literatur gestützt. Der zweite Fall räumlicher Europäisierung thematisiert metropolitane Grenz- räume, die gewissermaßen ‚linienhaft‘ Europa durchziehen. Dies basierte auf einem Projekt des EU-Programmes ESPON (European Spatial Planning Obser- vatory Network) mit dem Titel „METROBORDER – cross-border polycentric metropolitan regions“ mit der Laufzeit 2008-2010. Der Autor war als Mitarbeiter der Leadpartner-Institution Koordinator des Projektes (Universität Luxemburg, Arbeitsgruppe Christian Schulz). Dieses angewandte Forschungsprojekt hatte eine Reihe von Fragestellungen zu bearbeiten, die darauf abzielten, Empfehlungen für eine erfolgreiche Regio- nalentwicklung zu geben. Im gesamten Projektverbund,...

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