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Punkt, Linie, Fläche – territorialisierte Europäisierung

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Tobias Chilla

Die räumlichen Auswirkungen der europäischen Integration sind sehr vielfältig und zeigen sich gerade auch in unerwarteten Bereichen. Tobias Chilla reflektiert dies in konzeptioneller Hinsicht und bezieht sich dabei auf drei Fallbeispiele, die der Logik «Punkt-Linie-Fläche» folgen. Punkt: Die Suche nach einer «Hauptstadt der EU» hat Brüssel und andere Städte geprägt, ohne dass bis heute offiziell eine EU-Hauptstadt benannt worden wäre. Linie: Die Neuausrichtung der sogenannten «Großregion» um Luxemburg zeigt einen Maßstabsprung in der Kooperation entlang von Grenzen. Fläche: Die Naturschutzrichtlinie FFH hat nach einer konflikthaften Umsetzung nun mehr als ein Zehntel des europäischen Territoriums unter Schutz gestellt.

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7 Synthese und Fazit

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7.1 Synopse der Fallstudien 7.1.1 Territorialisierte Europäisierungen? In der Synopse der dargestellten Studien stellt sich zunächst die Frage, inwieweit hier vergleichbare Ausprägungen von territorialisierter Europäisierung vorlie- gen. Im Hinblick auf ihren politischen Kontext und ihre empirische Bearbeitung liegen die Unterschiede sehr offen zu tage. Ihr Vergleich ist jedoch insofern ins- truktiv, als dass sich die eingangs aufgestellten Thesen in allen Fällen durchaus überprüfen lassen. Tab. 4 weiter unten fasst in stark vereinfachender Weise die wesentlichen Erkenntnisse aus den Fallstudien zusammen, indem sie diese posi- tioniert zu den Ausgangsthesen, die im Untersuchungsrahmen dieser Arbeit ent- wickelt worden sind (s. Kap. 2.4). In allen Fällen liegen zweifelsohne Prozesse der Europäisierung zugrunde, wenn man Europäisierung versteht als einen Prozess, der die Konsequenzen aus der Europäischen Integration auf der sub-europäischen Ebene in den Blick nimmt. Im Falle der Sitzfrage von EU-Institutionen ist es zunächst der fast zwangsläu- fige Bedarf, eine funktionierende Verwaltung für die erstarkende EU zu schaf- fen, der als Europäisierung wirkt: Der grundsätzliche Willen zum gemeinsamen politischen Handeln macht eine Einigung auf verortete Strukturen nötig. Die Ter- ritorialisierung besteht in diesem Fall durchaus auch in der baulichen Errichtung und Ausgestaltung der Institutionen, vor allem aber in deren räumlicher Verhand- lung und Verortung. Die Verhandlungen sind im Lauf der Zeit zunehmend stark von Pfadabhängigkeiten aus den vorangehenden Jahren geprägt. Im Falle des Metroborder-Prozesses besteht die Europäisierung zunächst in den wachsenden grenz...

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