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Reformation und Humanismus

Philipp Melanchthon und Johannes Calvin

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Wilhelm Schwendemann

Warum soll man sich mit Philipp Melanchthon und Johannes Calvin außerhalb von jährlichen Erinnerungsfeiern beschäftigen? Beide Theologen waren umfassend humanistisch gebildet und sind über den Weg der Sprache auf biblische Texte gestoßen und haben so die Reformationen in Wittenberg und in Genf wesentlich befördert. Ohne den Hintergrund humanistisch-philologischer Ausbildung wären sie theologisch nicht kompetent gewesen und hätten die Tiefenstruktur der biblischen Texte nicht aufnehmen können. Die politischen und sozialen Herausforderungen waren für beide Reformatoren sehr verschieden, wobei jedoch der humanistische Bildungsgrund so etwas wie eine Sensibilisierung für Vielfalt entstehen ließ. Die theologisch-reformatorischen Modelle sind insofern bedenkenswert und faszinierend, weil sie auf die Grundfragen christlicher Existenz, Bildung und Erziehung, christlicher Praxis und Ethik antworten.

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Übersetzung der Psychopannychia. Die Wachsamkeit der Seele. Erklärung, dass die Heiligen, die im Glauben sterben, bei Christus leben und dass sie in Bezug auf ihre Seelen nicht schlafen.

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Übersetzung der Psychopannychia Die Wachsamkeit der Seele. Erklärung, dass die Heiligen, die im Glauben sterben, bei Christus leben und dass sie in Bezug auf ihre Seelen nicht schlafen. (Spätere Fassung: DIE WIDERLEGUNG DES FEHLERS gewisser Personen, die unwissend den Aufenthalt der Seele zwischen dem Tod und dem Jüngsten Gericht als Seelenschlaf bezeichnen; zusammen mit einer Erklärung über die Be- dingung und das Leben der Seele nach diesem Leben) Psychopannychia − Seelenwachheit (1534−1542) von Johannes Calvin − Vorworte Vorwort 1 Von Johannes Calvin an einen Freund Vor langer Zeit, als einige gottesfürchtige Leute mich einluden, ja sogar drängten, etwas zur Unterdrückung der Extravaganz derer zu veröffentlichen, die, eben- so unwissend wie stürmisch darauf beharrten, dass die Seele stirbt oder schläft, konnte ich bisher durch keine Bitte und Forderungen überredet werden, so wi- derwillig fühlte ich mich gegen ein Einmischen in diese Art von Auseinander- setzung. In der Tat war ich in dieser Zeit nicht ohne Entschuldigung, teilweise, weil ich hoffte, dass dieses absurde Dogma bald von selbst verschwinden würde; teilweise, weil ich es nicht für angebracht hielt, mich auf eine Partei einzulas- sen, mit deren Lager, Waffen und Strategien ich kaum vertraut war. Und da mich bisher außer Gerüchten und heiseren Lauten nichts erreicht hatte, schien es mir nichts anderes als Spiegelfechterei zu sein, mich auf jene einzulassen, die noch nicht in den Ring getreten waren. Das Ergebnis ist jedoch anders gewesen, als ich hoffte. Diese Schw...

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