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Schriften zur Rechtsphilosophie, zum Strafrecht und zum Medizin- und Biorecht

Herausgegeben von Hans Lilie und Henning Rosenau

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Hans Lilie and Henning Rosenau

Die Publikationen von Hans-Ludwig Schreiber sind überaus vielfältig. Sie befassen sich mit den Grundfragen in Rechtstheorie und Rechtsphilosophie und reichen von dogmatischen Arbeiten zum Straf- und Strafprozessrecht bis hin zu hochaktuellen Themen des modernen Biorechts. Er hat mit seinem breit angelegten Œuvre Wissenschaft, Rechtsprechung und Medizin nicht nur theoretisch bereichert, sondern stets auch praxisnah beeinflusst. Mit Fug und Recht kann man ihn als Vater des modernen, interdisziplinären Medizinrechts bezeichnen. Da viele der grundlegenden Arbeiten an heute schwer zugänglichen Orten veröffentlicht wurden, bleiben seine Schriften in einer Auswahl – das Schriftenverzeichnis enthält über 300 Einträge – mit diesem Band der Fachwelt dauerhaft zugänglich.

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IV. Medizin- und Biorecht

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Der unheilvolle Weg in die defensive Medizin Der rechtliche Selbstschutz des Arztes und die Fürsorge für den Kranken in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 3.10.1980, S. 10, gemeinsam mit Werner Wachsmuth Bei der Aufklärung ihrer Kranken orientieren sich die Ärzte heute mehr an juristi- schen als an medizinischen Erfordernissen. Die Aufklärung ist zu einem bürokrati- schen Selbstschutz geworden, durch den das Behandlungsrisiko wieder auf den Pa- tienten verlagert werden soll. Der folgende Beitrag befaßt sich mit den ungünstigen Auswirkungen, die diese zwischen Arzt und Patient üblich gewordenen allgemei- nen Geschäftsbedingungen auf die weitere Entwicklung in der Medizin haben. Das Problem der ärztlichen Aufklärungspflicht belastet das Arzt-Patienten- Verhältnis in zunehmend unerträglichem Maße. Es droht zu einer Schicksalsfrage der Medizin, insbesondere in den operativen Fächern, zu werden. Eine oft unver- ständliche Rechtsprechung und ihre Auswirkungen zwingen dem Arzt zu seiner Absicherung ein Verhalten auf, das mit seiner Fürsorgepflicht nicht zu vereinbaren ist und zu tiefgreifenden Störungen in der Beziehung zum Kranken führt. Will man eine Entwicklung beenden, die letztlich zum Schaden der Patienten den Arzt zu einem defensiven Verhalten nötigt, so bedarf es einer sorgfältigen und freimütigen Betrachtung ihrer Ursachen, Erscheinungsformen und Folgen. Fragt man, warum sich die Frage der ärztlichen Aufklärung heute derart zuge- spitzt hat und zu einem in der Öffentlichkeit umstrittenen Diskussionsthema ge- worden ist, so hat man die Ursachen in den individuellen und gesellschaftlichen Entwicklungen zu suchen, denen...

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