Show Less

«Fortsetzung folgt...»

Zum intertextuellen Trialog zwischen Günter Grass, Salman Rushdie, John Irving und ihrem Ahnherrn Laurence Sterne

Series:

Bettina Beltz

Intertextuelle Literatur liefert subversive und polyphone Zustandsbeschreibungen der Welt. Sie ist Gedächtnisort der Kultur, schreibt sich in diese ein und stiftet Identität. Intertextuelle Literatur wird damit zur Verwirklichung des Goetheschen Konzeptes von Weltliteratur. Unter all diesen Prämissen werden die Werke Günter Grass’, Salman Rushdies und John Irvings in dieser Arbeit untersucht. Dabei entstehen differenzierte Bilder des 20. Jahrhunderts und seiner politischen und gesellschaftlichen Befindlichkeiten, die sich trotz der unterschiedlichen kulturellen Provenienz gegenseitig berühren und befruchten. Denn die Themen, die Bücher nicht nur für Grass zu «Überlebensmitteln» machen und seit jeher gemacht haben, davon wird auch in Zukunft und überall zu erzählen sein: Es geht um Verlust und Identität, um Geschichte und Gegengeschichte, um Wahrheit und Erinnerung.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

IV. Inner- und außerliterarische Kontexte zur Intertextualität zwischen Günter Grass, Salman Rushdie, John Irving und Laurence Sterne

Extract

Günter Grass hat als wichtigster lebender Repräsentant einer neuen deutschen Literatur nach 1945 in Salman Rushdie und John Irving zwei sehr unterschiedli- che, aber in der jeweiligen Nationalliteratur zweifellos herausragende englisch- sprachige Schüler gefunden, die sich beide gleichermaßen dazu bekennen, nicht nur von Grass beeinflusst zu sein, sondern durch die Lektüre der Blechtrommel gewissermaßen erst das Schreiben gelernt zu haben. Als (vorläufiger) Höhe- punkt dieser intertextuellen Geschichte muss dabei das Texttrio aus Grass' Die Blechtrommel, Rushdies Midnight's Children und Irvings A Son of the Circus angesehen werden. Die Blechtrommel bildet damit den Auftakt zu einer intertex- tuellen Reihe und setzt einen Dialog mit fremden Nationalliteraturen in Gang, der über Rushdies zweiten, 1981 erschienenen Roman und Irvings 1994 erschie- nenen achten Roman bis in die heutige Zeit hinein nachhallt. Wiederholt spielen Günter Grass und Salman Rushdie darüber hinaus auf ihre Affinität zu Laurence Sterne an und bezeichnen seinen Roman Tristram Shandy, der für die gesamte Literaturgeschichte, insbesondere für die Entwicklung des Romans, eine Zäsur bedeutet, auch für das eigene Schreiben als nachhaltige Beeinflussung und als Vorbild. Somit wird die intertextuelle Reihe noch einmal in die Vergangenheit hinein erweitert, und die intertextuelle Untersuchung bekommt literaturge- schichtliche Relevanz. Angeregt durch den nachhaltigen Eindruck des Grassschen Erstlings entwi- ckelte sich aus der Bewunderung der jüngeren Zunftgenossen ein literarisches und persönliches Verhältnis zwischen den drei Autoren, von dem neben den im Hauptteil der Arbeit untersuchten intertextuellen Beziehungen...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.