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«Fortsetzung folgt...»

Zum intertextuellen Trialog zwischen Günter Grass, Salman Rushdie, John Irving und ihrem Ahnherrn Laurence Sterne

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Bettina Beltz

Intertextuelle Literatur liefert subversive und polyphone Zustandsbeschreibungen der Welt. Sie ist Gedächtnisort der Kultur, schreibt sich in diese ein und stiftet Identität. Intertextuelle Literatur wird damit zur Verwirklichung des Goetheschen Konzeptes von Weltliteratur. Unter all diesen Prämissen werden die Werke Günter Grass’, Salman Rushdies und John Irvings in dieser Arbeit untersucht. Dabei entstehen differenzierte Bilder des 20. Jahrhunderts und seiner politischen und gesellschaftlichen Befindlichkeiten, die sich trotz der unterschiedlichen kulturellen Provenienz gegenseitig berühren und befruchten. Denn die Themen, die Bücher nicht nur für Grass zu «Überlebensmitteln» machen und seit jeher gemacht haben, davon wird auch in Zukunft und überall zu erzählen sein: Es geht um Verlust und Identität, um Geschichte und Gegengeschichte, um Wahrheit und Erinnerung.

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VI. Schlussbetrachtungen

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Die vorliegende Untersuchung hat gezeigt, dass die literarischen Kontaktbezie- hungen zwischen der Blechtrommel, Midnight's Children, A Son of the Circus und Tristram Shandy in intensiven intertextuellen Relationen bestehen, die auf allen Ebenen wirken und die sich nach unterschiedlichen Formen, Graden und Kriterien der Intertextualität klassifizieren lassen. Ausgangspunkt der Analyse bildeten Markierungen der beiden zeitgenössischen englischsprachigen Autoren zu Günter Grass in Folge- und Nebentexten, die sich im konkreten Textvergleich bestätigten und durch die eine Vielzahl von weiteren intertextuellen Bezügen aufgedeckt werden konnte, die über die eindeutig markierten hinausgehen. Ne- ben der Autorintention ist damit der Forderung Roland Barthes' nach der Stär- kung der Rolle des Lesers nachgegeben und seiner Auffassung des Textes als postmoderner Produktion ist entsprochen worden. Während Günter Grass in diesem ersten Autorentrio den intertextuellen Im- pulsgeber abgibt und eine intertextuelle Reihe mit seinem Roman Die Blech- trommel begründet, an der bis heute fortgeschrieben wird, ergibt sich durch die Hinzunahme eines vierten Romans als Konvergenzprätext, Laurence Sternes Tristram Shandy, ein weiteres Autoren- und Texttrio, in dem nun die beiden Romane Grass' und Rushdies als Folgetexte anzusehen sind. Denn die Beschäf- tigung mit Intertextualität lehrt, dass kein Text eine tabula rasa, eine Jungfrau- engeburt oder das literarische Pendant einer Neuerfindung des Rades ist. Ergeb- nisreich und auch intertextuell äußerst fruchtbar war die Analyse, die sich daraus ergab, dass mit Günter Grass und Salman Rushdie zwei nachweislich intertex- tuell miteinander eng verbundene Autoren gleichermaßen eine Affinit...

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