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Der Erwerb von Konstruktionen im Nachfeld

Eine Analyse deutschsprachiger CHILDES-Daten

Daniela Elsner

Die Arbeit befasst sich zum einen mit der Frage, wie das Ende von deutschen Sätzen beschrieben werden kann, wo es anfängt und wo es aufhört. Zum anderen fragt sie danach, wie Kinder die Konstruktionen erwerben, die am Ende von Sätzen stehen. Auf Basis einer umfangreichen Korpusanalyse wird herausgestellt, dass Kinder sowohl Phrasen als auch Sätze im Nachfeld positionieren. Die phrasalen Elemente zeichnen sich zum Teil dadurch aus, dass sie verfestigte Strukturen darstellen, die ihre ursprüngliche Semantik verloren haben und im Diskurs eine bestimmte Funktion übernehmen. Beim Erwerb sententialer Elemente verlassen Kinder sich zu Beginn sehr stark auf verfestigte Einheiten. Die ersten komplexen Konstruktionen können daher nicht als Haupt-/Nebensatzgefüge analysiert werden.

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1. Einleitung

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Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Ende deutscher Sätze in Kom- bination mit dessen Erwerb. Diese Thematik wirft zwei Kernfragen auf, die in dieser Arbeit beantwortet werden sollen: • Was ist das Ende eines (deutschen) Satzes? Wo fängt es an und – auch wenn die Frage zunächst paradox erscheinen mag – wo hört es auf? • Was stellen (deutschsprachige) Kinder an das Ende von Sätzen und wie er- werben sie eben dieses? Mit Bezug auf die erste Frage wird schnell klar, dass wir uns eines Hilfsmit- tels bedienen müssen, um das Ende eines Satzes bestimmen zu können. Wie der folgende Satz aus Kafkas Werk „Blumfeld, ein älterer Junggeselle“ zeigt, ist es nicht einfach, den Anfang vom Ende eines Satzes zu verorten: (1) Wie Kinder, die in der Nacht die lästigen Decken von sich schieben, haben die Bälle wahrscheinlich durch kleine, während der ganzen Nacht fortgesetzte Zu- ckungen, die Teppiche so weit unter dem Bett hervorgeschoben, dass sie selbst wieder das freie Parkett unter sich haben und Lärm machen können. (aus: Raa- be 1994) Ohne Anhaltspunkte ist es gar nicht möglich anzugeben, wo das Ende dieses Satzes beginnt. Ein Hilfsmittel, um Sätze vor dem Hintergrund der Wortstellung zu analysieren und das Ende eines Satzes zu lokalisieren, ist das topologische Feldermodell. Es unterteilt Sätze grob gesagt in ein Vor-, Mittel- und Nachfeld und gibt dem Ende eines Satzes damit bereits einen Namen: das Nachfeld. Seit Erich Drachs „Grundgedanken der...

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