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Der Erwerb von Konstruktionen im Nachfeld

Eine Analyse deutschsprachiger CHILDES-Daten

Daniela Elsner

Die Arbeit befasst sich zum einen mit der Frage, wie das Ende von deutschen Sätzen beschrieben werden kann, wo es anfängt und wo es aufhört. Zum anderen fragt sie danach, wie Kinder die Konstruktionen erwerben, die am Ende von Sätzen stehen. Auf Basis einer umfangreichen Korpusanalyse wird herausgestellt, dass Kinder sowohl Phrasen als auch Sätze im Nachfeld positionieren. Die phrasalen Elemente zeichnen sich zum Teil dadurch aus, dass sie verfestigte Strukturen darstellen, die ihre ursprüngliche Semantik verloren haben und im Diskurs eine bestimmte Funktion übernehmen. Beim Erwerb sententialer Elemente verlassen Kinder sich zu Beginn sehr stark auf verfestigte Einheiten. Die ersten komplexen Konstruktionen können daher nicht als Haupt-/Nebensatzgefüge analysiert werden.

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2. Immer der Reihe nach: Wortstellungsregularitäten

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Wir beschäftigen uns in dieser Arbeit mit einem Modell, das für die Darstellung von Wortstellungsregularitäten im Deutschen verwendet wird. In diesem einfüh- renden Kapitel gilt es zunächst, die grundlegenden Begriffe, wie Wortstellung und Satzgliedstellung einzuführen. Zudem wollen wir anhand von Höhles (1982) Definition eine Erklärung geben, was unter normaler Wortstellung zu verstehen ist (Kapitel 2.1). Die Informationsstruktur von Sätzen ist ein bestimmender Fak- tor bei der Serialisierung von Wörtern in Äußerungen. In Kapitel 2.2 werden daher zentrale Termini wie Topik, Fokus, Thema und Rhema erklärt und vonei- nander abgregrenzt. Schließlich wird ein Überblick über den Aufbau und die Struktur des topologischen Feldermodells gegeben, welches die Grundlage für diese Arbeit über das Nachfeld ist (Kapitel 2.3). 2.1 Was ist normale Wortstellung? Um diese Frage zu klären, ist vorweg zu diskutieren, was unter dem Terminus Topologie zu verstehen ist und wovon der Begriff abgegrenzt werden muss. Der Begriff bezeichnet in der Regel das Studium der Wortstellung und der Satz- gliedstellung. Er leitet sich ab von griech. tpos für Ort und logia für Lehre (vgl. Glück 2010:718). Topologie umfasst die Gesetze der Anordnung von Wörtern und von unterschiedlichen Verbänden von Wörtern wie z.B. Satzgliedern, Teils- ätzen usw. innerhalb eines (komplexen) Satzes (Altmann/Hofmann 2008:17). Wortstellung bezieht sich auf die „Reihenfolge der Wörter innerhalb des Nominal-, Präpositional-, Verbal- oder Adverbialkomplexes, während Satz- gliedstellung die Anordnung der syntaktischen Einheiten Subjekt,...

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