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Der Erwerb von Konstruktionen im Nachfeld

Eine Analyse deutschsprachiger CHILDES-Daten

Daniela Elsner

Die Arbeit befasst sich zum einen mit der Frage, wie das Ende von deutschen Sätzen beschrieben werden kann, wo es anfängt und wo es aufhört. Zum anderen fragt sie danach, wie Kinder die Konstruktionen erwerben, die am Ende von Sätzen stehen. Auf Basis einer umfangreichen Korpusanalyse wird herausgestellt, dass Kinder sowohl Phrasen als auch Sätze im Nachfeld positionieren. Die phrasalen Elemente zeichnen sich zum Teil dadurch aus, dass sie verfestigte Strukturen darstellen, die ihre ursprüngliche Semantik verloren haben und im Diskurs eine bestimmte Funktion übernehmen. Beim Erwerb sententialer Elemente verlassen Kinder sich zu Beginn sehr stark auf verfestigte Einheiten. Die ersten komplexen Konstruktionen können daher nicht als Haupt-/Nebensatzgefüge analysiert werden.

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4. Das Nachfeld in der Kindersprache

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4.1 Überblick Wir wollen in diesem Teil der Arbeit untersuchen, ab wann Kinder Elemente ins Nachfeld setzen bzw. Expansionen produzieren und welche Elemente sie bevor- zugt dort positionieren. Darüber hinaus spielt natürlich die Frage eine Rolle, ob bei der Analyse von Kindersprache überhaupt mit den Begriffen der „Erwachse- nen“-Syntax operiert werden sollte und wenn ja, ab wann man davon sprechen kann, dass die Kinder Äußerungen produzieren mit einer Satzklammer und ei- nem Vor-, Mittel- und Nachfeld. 4.2 Verbstellungserwerb und topologische Beschreibung kindlicher Äußerungen Die Satzklammer im Deutschen ist konstituierend für das topologische Felder- modell. Kindliche Äußerungen können demnach erst mithilfe dieses Modells beschrieben werden, wenn sie die Satzklammer – und damit die Regeln der Ver- bstellung im Deutschen – erworben haben. Braine (1963 nach Szagun 2001:14ff.) untersucht frühe Wortkombinationen von Kindern anhand einer reinen Distributionsanalyse und erstellt aus seinen Daten die so genannte Pivot-Grammatik. Wörter, die von Kindern sehr häufig gebraucht werden, nennt er Operatoren bzw. Pivotwörter. Diese werden mit an- deren nicht sehr oft gebrauchten Wörtern kombiniert. Operatoren ähneln Funkti- onswörtern, welche geschlossenen Wortklassen angehören wie z.B. Artikeln, Präpositionen oder Hilfsverben. Ihre grammatische Funktion steht im Vorder- grund, während die mit ihnen kombinierten Wörter eher Inhaltswörtern gleichen und damit offenen Wortklassen angehören. Folgende Kombinationsmöglichkei- ten arbeitet Braine heraus: (1) P + O – more juice, there car [...] O + P – teddy gone, flowers pretty [...] O + O – mommy sock, ball...

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